US-Wirtschaft wächst moderat
Baku, den 7. Juni (AZERTAG). Amerikas Wirtschaft ist nach Einschätzung der US-Notenbank in den vergangenen Monaten leicht gewachsen. Am Arbeitsmarkt zeigt sich eine leichte Aufwärtstendenz. Weitere geldpolitische Konjunkturhilfen der Fed werden damit unwahrscheinlicher.
Die amerikanische Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Monaten mit „moderatem“ Tempo gewachsen. Laut dem Konjunkturbericht der US-Notenbank Federal Reserve, dem sogenannten Beige Book, befindet sich der Arbeitsmarkt in einem leichten Aufwärtstrend.
Auch gebe es kaum Inflationsdruck, was unter anderem mit den gesunkenen Energiepreisen zu tun habe, hieß es im am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht. Im vorherigen Beige Book hatte es geheißen, steigende Energiekosten würden Produzenten und Verbraucher verunsichern.
Die Aussagen der Fed deuten an, dass die Notenbank zögert, weitere geldpolitische Lockerung vorzunehmen. Nach dem zuletzt enttäuschenden Arbeitsmarktbericht hatten Spekulationen über ein neues Anleihekaufprogramm Auftrieb erhalten. Damit könnten die Währungshüter die Konjunktur anschieben. Doch die Fed sieht den schwächelnden Arbeitsmarkt offenbar nicht so kritisch. Die Einstellungen seien im Berichtszeitraum unverändert geblieben oder hätten leicht zugelegt, hieß es.
Dow und Dax im Plus-Die Finanzmärkte nahmen die Veröffentlichung nahezu teilnahmslos zur Kenntnis. Der Euro-Kurs reagierte kaum und wurde zuletzt bei 1,2547 Dollar notiert. Die US-Börsen hoffen auf eine schnelle Lösung der Bankenkrise in Spanien. Der Dow-Jones-Index in New York schloss mit einem Plus von 2,4 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 2,3 Prozent, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 2,4 Prozent.
In Frankfurt schloss der Dax 2,1 Prozent fester mit 6093 Punkten. Die Anleger setzen auch in Europa darauf, dass mit Hochdruck an der Rettung der spanischen Finanzindustrie gearbeitet wird. Dabei wird Kreisen zufolge nach Wegen gesucht, das Land bei einer Hilfsanfrage nicht als Schuldensünder zu brandmarken. Die Regierung in Madrid stemmt sich vor allem gegen weitreichende Sparauflagen, die mit einem umfassenden Hilfsprogramm verbunden wären.
Klare Signale erhoffen sich die Finanzmärkte nach Veröffentlichung des Beige Book nun von Fed-Chef Ben Bernanke, der am Donnerstag vor dem wirtschaftlichen Ausschuss des US-Kongresses sprechen wird. Auch Vizechefin Janet Yellen wird sich in Boston äußern. Sie zählt zu den Verfechtern einer lockeren Geldpolitik, hatte die Hürde für weitere expansive Maßnahmen vor einigen Wochen jedoch noch als hoch bezeichnet.
Die Hoffnungen der Investoren liegen auch auf der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hatte ihren Leitzins am Nachmittag zwar wie erwartet unverändert auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen, aber konsequentes und „sofortiges“ Handeln bei einer Verschärfung der Schuldenkrise in Aussicht gestellt. Viele Experten rechnen mit einem Zinsschritt um mindestens 25 Basispunkte im Juli.