Vergessenes Klebeband stoppt „Dreamliner“
Baku, den 4. Juni (AZERTAG). Erneute Panne bei Boeings Großflugzeug „Dreamliner“. Gerade wollte eine japanische Airline den Flugbetrieb mit dem Pannenflieger wieder aufnehmen, da gab es erneut Probleme. Ursache war ein vergessenes Klebeband.
Boeings Vorzeigeflieger „Dreamliner“ scheint vom Pech verfolgt: Nachdem die japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines erst am Samstag den regulären Betrieb wieder aufgenommen hatten, fiel schon am Sonntag einer der Langstreckenflieger erneut aus. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, funktionierte ein Luftdrucksensor nicht richtig.
Japan Airlines habe daraufhin entschieden, den 787 „Dreamliner“ vorsorglich durch eine ältere 767 zu ersetzen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der betroffene Flug von Peking nach Tokio sei am Sonntag mit einer Stunde Verspätung gestartet.
Der Fehler an der Lithium-Ionen-Batterie sei durch ein Klebeband entstanden, das sich versehentlich auf dem Sensor befunden habe. Am Akku selbst habe es keine Fehlfunktion gegeben.
Bleibt Japan Boeing treu? - Japan Airlines geht dem Kyodo-Bericht zufolge davon aus, dass eine falsch ausgeführte Reparatur des Batteriesystems durch Boeing zu dem Problem geführt habe. Demnach hätten Techniker beim Umbau versehentlich zwei kleine Löcher in jenem Metallgehäuse zugeklebt, welches aus Sicherheitsgründen nun die Batterie umschließt. Das habe dazu geführt, dass der verbaute Sensor einen unterschiedlichen Luftdruck innerhalb und außerhalb des Gehäuses angezeigt habe. Die Löcher, so hieß es weiter, dienten der Luftzirkulation und sollten vor einer Überhitzung der Batterie schützen.
Erst vor kurzem hatten die 50 weltweit ausgelieferten 787 nach dreimonatiger Zwangspause wieder die Starterlaubnis bekommen. Techniker hatten die pannenanfälligen Batterien überarbeitet, nachdem es zu mehreren Zwischenfällen gekommen war.
Japan Airlines zählt mit All Nippon Airways zu den wichtigsten „Dreamliner“-Kunden. Zusammen haben sie rund die Hälfte der ausgelieferten Maschinen im Dienst. Unterdessen kündigte Japan Airlines an, etwa 40 ihrer Boeing 777 ab 2019 ersetzen zu wollen. In Frage kämen dafür sowohl der A350-1000 von Airbus als auch die Boeing-Modelle 787-10X und 777-9X, sagte Direktoriumschef Masaru Onishi. Japan Airlines setzt bei seiner Flotte vor allem auf Boeing.