Airbus will 2500 Stellen streichen
Baku, 17. Oktober, AZERTAC
Der europäische Flugzeugbauer Airbus will bis zu 2500 Stellen streichen. Der Abbau solle bis Mitte 2026 erfolgen, kündigte der Konzern an.
Demzufolge sollen die Stellen in der kriselnden Verteidigungs- und Raumfahrtsparte gestrichen werden. Der Geschäftsteil beschäftigt derzeit rund 35.000 Menschen. Die Kürzungen beträfen somit sieben Prozent der Belegschaft in dem Bereich. Welche Standorte betroffen sind, soll nach Gesprächen mit den Gewerkschaften und Betriebsräten Ende des Jahres geklärt werden. Satelliten baut Airbus vor allem in Immenstaad am Bodensee, in Toulouse, in London und in München.
Während das Geschäft mit Militärflugzeugen und Cyber-Sicherheit gut läuft, musste der Raumfahrtbereich im ersten Halbjahr Abschreibungen in Höhe von 989 Millionen Euro verbuchen und verhagelte dem Airbus-Konzern damit die Zwischenbilanz. Schon vergangenes Jahr hatte Airbus eine halbe Milliarde Euro zurückstellen müssen. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte deshalb im Juli angekündigt: „Wir gehen jetzt die Wurzel des Themas an.“
Das Geschäft mit Telekommunikations- und Navigationssatelliten ist durch wachsende Konkurrenz und neue Technologien unter Druck geraten. Der SpaceX-Konzern von Elon Musk in den USA ist inzwischen der größte Satellitenbetreiber der Welt. Der Markt für traditionelle geostationäre Satelliten in großer Höhe dagegen hat sich in den vergangenen Jahren halbiert, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Airbus will den einzelnen Bereichen der Luft- und Raumfahrtsparte jetzt mehr Eigenverantwortung geben und die Organisationsstruktur verschlanken, um sich in dem sich rasch wandelnden Markt zu behaupten. „Wir müssen schneller, schlanker und wettbewerbsfähiger werden“, sagte Spartenchef Michael Schoellhorn. Die sozialen Folgen des Stellenabbaus sollten möglichst begrenzt werden, Mitarbeiter auch in anderen, wachsenden Bereichen bei Airbus neue Beschäftigung finden, heißt es.
Probleme auch bei Boeing - Zuletzt hatte auch der kriselnde US-Flugzeugbauer Boeing den Abbau von 17.000 Stellen beziehungsweise zehn Prozent der Belegschaft angekündigt. Der Konzern müsse die Personalsituation an die „finanziellen Realitäten“ anpassen, hieß es. Zudem verzögere sich die Erstauslieferung des Jets 777X um ein weiteres Jahr.
Boeing verbuchte zuletzt tiefrote Zahlen und ist mit 60 Milliarden Dollar verschuldet. Die Führungsriege des Konzerns steht außerdem wegen einer Reihe von technischen Problemen unter Druck. Anfang des Jahres hatte sich in einer 737 Max 9 von Alaska Airlines mitten im Flug ein Teil der Kabinenwand gelöst. Auch das Rüstungsgeschäft steckt in Schwierigkeiten – die Sparte verlor zuletzt Milliarden. Das Unternehmen kämpft darüber hinaus mit chronischen Lieferverzögerungen.