Apple-Lieferant Foxconn verspricht Betriebsratswahlen
Baku, den 4. Februar (AZERTAG). Der umstrittene Elektronikkonzern Foxconn will in seinen chinesischen Werken Arbeitnehmervertreter wählen lassen. Für Großunternehmen in der Volksrepublik wäre dies eine Premiere. Laut „Financial Times“ reagiert Foxconn offenbar auf Druck seines Auftraggebers Apple.
Der Elektronikkonzern Foxconn hat angekündigt, die Rechte von Arbeitnehmervertretern zu stärken. Erstmals wolle das Unternehmen in seinen Werken eine Art Betriebsratswahl organisieren, berichtet die „Financial Times“ („FT“). Dies sei eine Premiere unter chinesischen Großunternehmen, deren Gewerkschaftsvertreter bislang vom Management und den Lokalregierungen kontrolliert würden.
„Ein Vorsitzender und 20 Mitglieder der 'Foxconn Vereinigung von Gewerkschaftskomitees' werden alle fünf Jahre durch eine geheime Wahl bestimmt werden“, antwortete Foxconn auf eine Anfrage der „FT“.
Mit der Ankündigung reagiert das taiwanische Unternehmen offenbar auf Druck durch Foxconns Auftraggeber Apple . In der Vergangenheit war Foxconn immer wieder wegen seiner Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. In Foxconn-Werken kam es wiederholt zu Selbstmorden und Auseinandersetzungen zwischen Angestellten und Sicherheitskräften. Apple-Chef Tim Cook hat versprochen, künftig stärker auf die Arbeitsbedingungen zu achten. Als erster Technologiekonzern trat Apple dazu der unabhängigen Fair Labor Association (FLA) bei, die eigene Inspektionen durchführt.
Der „FT“ zufolge kritisierte die FLA unter anderem, dass es in den Foxconn-Werken keine echte Arbeitnehmervertretung gibt. Nach dem Ende des chinesischen Neujahrsfestes im Februar werde Foxconn seine Mitarbeiter mit Unterstützung der FLA für die Wahlen schulen. Aufgrund der bislang schwachen Rolle chinesischer Arbeitnehmervertreter hätten die meisten jungen Mitarbeiter keine Vorstellung davon, was die Rolle eines Gewerkschafters ist.