Ärzte beobachten bei schweren Verläufen von Covid-19 auch neurologische Probleme
Baku, 24. April, AZERTAC
Abgeschlagenheit, Husten oder eine Lungenentzündung gehören zwar zu den typischen Symptomen einer Covid-19-Erkrankung. Aber es sind längst nicht die einzigen. Während manche Menschen kaum Beschwerden haben und ihre Erkrankung gar nicht mitbekommen, erleben andere einen Herzinfarkt, die nächsten verlieren ihren Geruchssinn und wieder andere können ohne Hilfe nicht mehr atmen.
Woran genau das liegt, wissen Experten noch nicht. Aber sie suchen überall nach Antworten. Und weil verschiedene Systeme im menschlichen Körper zusammenspielen, sammeln nicht nur Virologen und Immunologen die Daten ihrer Patienten, um möglichst schnell möglichst viel über das neue Virus zu lernen. Auch Herzspezialisten, Intensivmediziner, Pathologen, Radiologen, Kinder-, Haus- und HNO-Ärzte sind gefragt. Und Neurologen. Denn das Virus macht auch vor unserem Nervensystem nicht halt.
Geruchsstörungen, Schlaganfälle, epileptische Anfälle, Lähmungen, Kopfschmerzen - inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Beobachtungen, die zeigen, dass sich eine Infektion mit Sars-CoV-2 auch auf das zentrale Nervensystem auswirken kann. In einer Untersuchung aus China von 214 Patienten hatten immerhin 78 von ihnen (das entspricht 36 Prozent) unterschiedliche neurologische Beschwerden.
Zunächst ist das nicht sonderlich beunruhigend, denn bei vielen Infektionen gehören Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit als Folgen einer allgemeinen Schwäche oder von Kreislaufproblemen dazu. Bei Sars-CoV-2 allerdings kann es mitunter auch noch einen Schritt weitergehen: Von den 78 Patienten aus Wuhan mit neurologischen Symptomen hatten immerhin 13 Bewusstseinstrübungen, fünf einen Schlaganfall und einer einen epileptischen Anfall. Die Ärzte vermuten. Die Viren könnten mitunter sogar direkt die Nervenzellen befallen.