Aserbaidschan überreicht russischem Botschafter Note
Baku, 14. November, AZERTAC
Am 14. November 2025 wurde Michail Jewdokimow, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Aserbaidschan, ins Außenministerium einbestellt.
Nach Angaben des Ministeriums wurde während des Treffens scharfer Protest eingelegt. Hintergrund ist, dass gegen 1.00 Uhr am 14. November eine Iskander-Rakete bei einem Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew auf das Gelände der aserbaidschanischen Botschaft einschlug. Dem russischen Botschafter wurde hierzu eine offizielle schriftliche Mitteilung in Form einer Verbalnote überreicht.
Der russischen Seite wurde mitgeteilt, dass die jüngste Explosion zur vollständigen Zerstörung eines Teils der Umfassungsmauer der Botschaft geführt habe, sowie zu Schäden an Gebäudestrukturen, Dienstfahrzeugen, dem Verwaltungsgebäude und dem Konsularbereich der Botschaft. Auch das Gelände der diplomatischen Vertretung sei schwer beschädigt worden. Glücklicherweise wurde keiner der Botschaftsmitarbeiter verletzt.
Es wurde daran erinnert, dass solche Raketenangriffe, die den Normen und Grundsätzen des Völkerrechts widersprechen, bereits zuvor stattgefunden haben. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass am 10. März 2022 bei einem Luftangriff auf das Gebäude des Honorarkonsulats der Republik Aserbaidschan in der Stadt Charkiw das Verwaltungsgebäude schwer beschädigt wurde und das Dienstfahrzeug unbrauchbar war.
Darüber hinaus wurde erklärt, dass infolge eines Luftangriffs mit einer „Kinschal“-Rakete durch Russland am 2. Januar 2024 ein etwa drei Meter breiter Krater rund 35 Schritte vom Verwaltungsgebäude der Botschaft entfernt entstanden sei und ein Blindgänger aufgrund eines Zündversagens in acht Metern Tiefe entdeckt wurde.
Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass am 28. August 2025 ein Luftangriff etwa 50 Meter von der Botschaft der Republik Aserbaidschan in der Ukraine entfernt durchgeführt wurde, bei dem das Verwaltungsgebäude, der Konsularbereich sowie die Residenz des Botschafters beschädigt wurden und das Gelände der diplomatischen Vertretung ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Zugleich wurde daran erinnert, dass am 8. und 18. August 2025 Drohnenangriffe auf das Öldepot des SOCAR-Unternehmens in der Region Odessa erfolgt waren, bei denen Mitarbeiter verletzt wurden und erhebliche Schäden an der Infrastruktur entstanden.
Es wurde betont, dass all diese Ereignisse Fragen zur möglichen absichtlichen Natur der Raketenangriffe aufwerfen.
Gleichzeitig wurde in Erinnerung gerufen, dass die russische Seite über all diese Fakten bereits zuvor durch offizielle Verbalnoten informiert worden sei und dass die Koordinaten der Gebäude, in denen sich die diplomatischen Vertretungen Aserbaidschans in der Ukraine befinden, bereits im April 2022 an die russische Seite übermittelt worden waren, woraufhin die russische Seite zugesichert habe, dass das Verteidigungsministerium Russlands diese Koordinaten berücksichtigen werde.
Während des Treffens wurde betont, dass solche Angriffe auf aserbaidschanische diplomatische Vertretungen inakzeptabel sind. Es wurde verlangt, dass die russische Seite eine entsprechende Untersuchung des Vorfalls durchführt und eine detaillierte Erklärung liefert.