Chinas Wirtschaft erstickt im Smog
Baku, den 18. März (AZERTAG). Es war seine erste Rede seit er zum Staatschef Chinas gekürt wurde. Xi Jinping rief am Sonntag zu „Anstrengungen für die weitere Verwirklichung der großen Renaissance der chinesischen Nation und des chinesischen Traums“ auf. Wie das gehen soll, ergänzte Regierungschef Li Keqiang: durch Reformen und nachhaltiges Wachstum. Bei seinem ersten Auftritt vor der Presse nach Abschluss der Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses sicherte der Premier zu, die große Kluft zwischen Arm und Reich verringern und die Einkommen steigern zu wollen.
Um das Ziel einer Verdoppelung der Wirtschaftsleistung und Einkommen von 2010 bis 2020 zu erreichen, müsse China ein Wachstum von 7,5 Prozent im Jahr halten. „Das wird nicht einfach, aber wir haben günstige Bedingungen und eine enorme Binnennachfrage.“ China müsse seine Wirtschaft transformieren und die Urbanisierung vorantreiben.
Der proklamierte Wachstumskurs hat seinen Preis, das bekommt die Volksrepublik immer deutlicher zu spüren. Der Smog-Alarm in Peking hat die Welt schockiert. Seit die Luftverschmutzung in der Hauptstadt Mitte Januar ihren Höchststand erreicht hat, tobt in Chinas Blogs eine Debatte über Umweltverschmutzung und ihre gesundheitsschädlichen Folgen.
Über die wirtschaftlichen Folgen wird bislang wenig diskutiert. Dabei sind diese nicht minder groß. Nicht nur Chinas Millionenstädte ersticken im Smog, sondern auch Chinas Wirtschaft.
Laut Berechnungen der Weltbank machen die Kosten, die durch Umweltverschmutzung entstehen, inzwischen 5,8 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung aus, wobei allein die Luftverschmutzung mit 3,8 Prozent zu Buche schlägt. In den Kosten sind unter anderem der Anstieg der Kosten für medizinische Versorgung, Autounfälle, die Stornierung von Flügen und Materialschäden enthalten.
Die Regierung reagiert darauf. Zurzeit gibt China pro Jahr ungefähr 91 Milliarden Dollar für Umweltschutz aus, das entspricht rund 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Von 2011 bis 2015 will sie insgesamt 536 Milliarden Dollar in die Verbesserung der Umwelt investieren.