Das Nexus ist die erste gute Alternative zum iPad
Baku, den 26. Juli (AZERTAG). Ausgepackt und ausprobiert: Das Nexus 7 von Google hinterlässt im Test einen ausgesprochen guten Eindruck - und empfiehlt sich als erste echte Alternative zum iPad von Apple.
Apple-Gründer Steve Jobs hatte unrecht, als er vor zwei Jahren Tablets mit einer Bildschirmdiagonale von sieben Zoll als „Totgeburten“ bezeichnete. Apples iPad hat auch in der dritten Generation noch knapp zehn Zoll Durchmesser. Man müsse schon Schmirgelpapier mitliefern, damit Nutzer ihre Finger kleiner schleifen könnten, sagte der inzwischen verstorbene Apple-Chef damals. Jobs: „Wir glauben nicht, dass man ein tolles Tablet machen kann mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm.“
Oh doch, man kann. Genau das haben Google und der Hersteller Asus gerade mit ihrem Nexus 7 bewiesen. Das Gerät wird seit wenigen Tagen in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada verkauft. Wann es nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Die Bedienung des Nexus 7 macht mindestens genauso viel Spaß wie die des iPads.
Dabei hat das Nexus 7 sogar das Zeug zum Volks-Tablet. Für einen Verkaufspreis von 200 Dollar - der Preis in Euro dürfte für das Gerät mit acht Gigabyte internem Speicher nicht höher liegen - ist es bislang noch niemandem gelungen, ein ebenbürtiges Gerät zu produzieren. Selbst deutlich teurere Geräte können dem Google-Tablet kaum das Wasser reichen.
Scharfe Darstellung-Das Nexus 7 ist hochwertig verarbeitet, verfügt über einen brillanten IPS-Bildschirm (In-Plane-Switching), der auch noch gut zu lesen ist, wenn man von der Seite darauf schaut. Das Display im 16:10-Format löst mit 1280 mal 800 Pixel auf. HD-Filme, Fotos aber auch Schriften werden äußerst scharf dargestellt. Die Rückseite ist zwar aus Kunststoff, doch wegen der Oberflächenbeschaffenheit könnte sie auch mit Leder verwechselt werden.
Google hat das Nexus 7 mit dem neusten Android-Betriebssystem 4.1 ausgestattet, das auch als Jelly Bean bezeichnet wird. Zusammen mit der Hardware gibt sich das Gerät bei der Geschwindigkeit keine Blöße.
Der Vier-Kern-Prozessor Tegra 3 vom Hersteller Nvidia wird mit 1,2 Megahertz getaktet und ist maßgeblich verantwortlich dafür, dass sich Programme auf dem Tablet zügig öffnen und es auch bei der Bedienung des berührungsempfindlichen Displays zu keinen Verzögerungen kommt.
Bei anderen Android-Tablets ist dies nicht immer der Fall. Trotzdem soll das Nexus 7 mehr als neun Stunden mit einer Akku-Ladung durchhalten. Die Laufzeit ist natürlich davon abhängig, was der Nutzer mit dem Tablet anstellt. Wir haben das Gerät intensiv genutzt, umfangreich Daten geladen und Programme installiert - und mussten nach sechs Stunden wieder an die Steckdose. Im Standby, bei einigen geöffnete Anwendungen, verlor das Nexus je Stunde etwa 1,5 Prozent seiner Energieleistung.