Die Uno plant offenbar grundlegende Umstrukturierung
Baku, 2. Mai, AZERTAC
Die Vereinten Nationen (Uno) haben einem internen Memo zufolge offenbar eine umfassende Überarbeitung ihrer Strukturen in Erwägung gezogen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine interne Mitteilung.
Wie aus dem Papier hervorgeht, sollen zukünftig wichtige Abteilungen zusammengelegt und Ressourcen auf der ganzen Welt verlagert werden. Bei dem sechsseitigen Dokument handelt es sich um eine Reformempfehlung, die von ausgewählten Mitarbeitern erstellt worden ist.
Behörden zusammenlegen, weniger Übersetzer
Das Schreiben gilt als streng vertraulich und enthält eine Liste von Vorschlägen, die Dutzende Uno-Organisationen in vier Hauptabteilungen bündeln würden:
Frieden und Sicherheit,
humanitäre Angelegenheiten,
nachhaltige Entwicklung
und Menschenrechte
Eine Option sieht beispielsweise vor, die operativen Aspekte des Welternährungsprogramms, des Uno-Kinderhilfswerks, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Uno-Flüchtlingshilfswerks in einer einzigen humanitären Einrichtung zusammenzufassen, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Weiterhin wurde vorgeschlagen, die AIDS-Behörde der Vereinten Nationen mit der WHO zusammenzulegen und den Bedarf an bis zu sechs Übersetzern bei Sitzungen zu verringern. Außerdem schlagen die Autoren des Dokuments vor, die Welthandelsorganisation – die keine Uno-Einrichtung ist – mit den Uno-Entwicklungsagenturen zusammenzulegen. „Die zunehmenden Mandate, oft ohne klare Ausstiegsstrategien, und die Komplexität haben zu erheblichen Überschneidungen, Ineffizienzen und erhöhten Kosten geführt“, heißt es in dem Dokument.
Das Reformdokument hat eine Arbeitsgruppe erstellt, die Generalsekretär António Guterres im März eingesetzt hatte. Ziel war, die Organisation kosteneffizienter zu machen. „Das Memo ist das Ergebnis einer Übung, bei der hochrangige Mitarbeiter Ideen und Überlegungen angestellt haben, wie die Vision des Generalsekretärs erreicht werden kann“, sagte Guterres’ Sprecher, Stéphane Dujarric.