Frau wegen Kinderhandels in China zum Tode verurteilt
Baku, 25. Oktober, AZERTAC
Eine Frau ist wegen Kindeshandels in China zum Tode verurteilt worden. Wie der Staatssender CCTV unter Berufung auf ein Gericht in der Stadt Guiyang (Provinz Guizhou) berichtete, wurde die Angeklagte beschuldigt, gemeinsam mit zwei Komplizen zwischen 1993 und 2003 insgesamt 17 Kinder entführt und anschließend verkauft zu haben.
Das Gericht stellte fest, dass Yu Huaying durch ihre Taten die Eltern in Verzweiflung gestürzt habe, da diese über Jahre hinweg nach ihren verschwundenen Kindern gesucht hätten. Aufgrund der Schwere der Straftaten sei eine mildere Strafe trotz eines Geständnisses ausgeschlossen worden.
Yu war bereits im vergangenen Jahr wegen der Entführung von elf Kindern zum Tode verurteilt worden. Im Zuge eines Berufungsverfahrens kam jedoch heraus, dass Yu noch sechs weitere Kinder entführt und verkauft hatte.
Familienzusammenführung per DNA-Analyse - Seit den Achtzigerjahren kommen Kindesentführungen in China häufig vor. Hintergrund war auch die strenge Einkindpolitik der kommunistischen Führung. Viele Paare wünschten sich männlichen Nachwuchs, Menschenhändler kidnappten Jungen und verkauften sie an kinderlose Paare. Inzwischen hat die Regierung diese restriktive Geburtenpolitik beendet und erlaubt Eltern drei Kinder.
Die chinesischen Behörden haben verstärkt Maßnahmen gegen Kindesentführungen ergriffen. Auch halfen in den vergangenen Jahren vermehrt DNA-Analysen dabei, Familien wieder zusammenzuführen. Dass die Todesstrafe für besonders schwere Fälle angewendet wird, sorgt jedoch international immer wieder für Diskussionen.