In Münchens Stadtzentrum Fotoausstellung zum Thema “Minenopfer in Aserbaidschan” eröffnet
München, 27. September, AZERTAC
Am 26. September ist auf dem zentral gelegenen Karlsplatz in der deutschen Stadt München eine Open-Air-Fotoausstellung zum Thema “Minenopfer in Aserbaidschan” eröffnet worden.
Wie AZERTAC berichtet, wurde die Ausstellung im Rahmen des Projekts „Der Kulminationspunkt der Gefahr“ organisiert, das vom öffentlichen Verein Fotoklub „Gilavar“mit Unterstützung der Agentur für staatliche Unterstützung von NGOs der Republik Aserbaidschan durchgeführt wird. Partnerorganisation in Deutschland ist das Kulturzentrum der Aserbaidschaner in München.
In der Ausstellung wurden mehr als 20 Fotografien, Lebensgeschichten von Minenopfern sowie statistische Informationen gezeigt. Jedes Bild spiegelte nicht nur ein individuelles Schicksal wider, sondern brachte das ganze humanitäre Drama zum Ausdruck, dem ein ganzes Volk ausgesetzt ist. Die Besucherinnen und Besucher in München konnten über QR-Codes zusätzliche Informationen zu den abgebildeten Minenopfern erhalten.
Botschaften wie „Ich habe mein Bein verloren, aber nicht meine Hoffnung!“, „Ich war Arzt und habe Minenopfer gerettet – bis ich selbst in eine Mine trat“, „Ich war elf Jahre alt, hielt die Mine für ein Spielzeug – und verlor meine Kindheit“, „Ich trat auf eine Panzerabwehrmine. Ich kenne die Euphorie der Jugend nicht, aber ich kenne die Gefühle eines jungen Menschen, der beide Beine verlor“ – all diese bewegenden Aussagen machten das Leid der Betroffenen für die Besucher greifbar. Die Ausstellungsgäste hatten zudem die Möglichkeit, auf einer Tafel ihre persönlichen Gedanken und Solidaritätsbekundungen für die Minenopfer niederzuschreiben.
Der Vorsitzende Fotoklubs „Gilavar“ Raschad Mehdiyev, berichtete, dass er selbst im Jahr 2021 in der Nähe des Dorfes Susuzlug im Bezirk Kelbadschar gemeinsam mit Kollegen auf eine von Armenien verlegte Panzerabwehrmine trat und nur durch Zufall überlebte. Drei seiner Begleiter – Siraj Abischov (Kameramann), Maharram Ibrahimov (Journalist) und Arif Aiyev (Mitarbeiter der lokalen Verwaltung) – kamen bei diesem Vorfall ums Leben, vier weitere erlitten unterschiedlich schwere Verletzungen.
In der Ausstellung wurde zudem darauf hingewiesen, dass infolge des von Armenien geführten Minenkrieges bislang mehr als 3.400 Aserbaidschaner zu Minenopfern geworden sind. Davon wurden 409 Personen im Zeitraum 2020–2025 durch Minen oder nicht explodierte Kampfmittel verletzt. In den letzten fünf Jahren haben Minenunfälle das Leben von 71 Aserbaidschanern gefordert. Obwohl Armenien nach internationalem Druck einige Minenkarten übergab, erwiesen sich nur 25 % dieser Karten als zuverlässig. Aus diesem Grund fordert der Fotoklub „Gilavar“ Armenien nachdrücklich auf, präzise und vollständige Minenkarten zur Verfügung zu stellen.
Zudem wurde betont, dass das Minenproblem eine globale Dimension hat. Aserbaidschan hat die humanitäre Minenräumung bereits als das 18. nationale Ziel für nachhaltige Entwicklung deklariert. Ziel ist es nun, dieses Anliegen auch als das 18. globale Ziel für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen anerkennen zu lassen.
Die in München eröffnete Fotoausstellung ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich gemeinsam gegen das Minenproblem und seine verheerenden Folgen zu engagieren.
Es sei angemerkt, dass es das erste Mal ist, dass eine aserbaidschanische NGO eine Ausstellung zum Thema "Minen" in Deutschland organisiert hat. Die Nichtregierungsorganisation Fotoklub „Gilavar“plant, die Ausstellung auch in anderen europäischen Städten zu organisieren.