Inflation in China schwächt sich deutlich ab
Baku, den 9. Juli (AZERTAG). Die Verbraucherpreise in China steigen so langsam wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Die Inflationsrate lag im Juni bei 2,2 Prozent, im Mai waren es noch 3,0 Prozent. Die Regierung kündigte prompt an, das Wachstum mit aggressiveren Maßnahmen anheizen zu wollen.
Der Preisanstieg in China hat sich im Juni stärker abgeschwächt als von Experten erwartet. Wie die Behörden am Montag mitteilten, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent. Im Mai lag die Inflationsrate noch bei 3,0 Prozent. Es ist der niedrigste Wert seit Januar 2010.
Der geringere Anstieg der Preise dürfte es den Behörden erlauben, das Wachstum mit einer lockereren Geldpolitik zu unterstützen. Ministerpräsident Wen Jiabao sagte am Sonntag laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, das Wirtschaftswachstum müsse mit aggressiveren Schritten gestützt werden. Dabei sei aber nur eine Feinabstimmung der Geldpolitik gefragt. Die Formulierung wird von chinesischen Behörden seit dem vergangenen Herbst verwendet, wenn es um die Geldpolitik geht.
Die Zentralbank senkte in der vergangenen Woche überraschend erneut die Leitzinsen. Zudem ist Banken die Kreditvergabe erleichtert worden, weil die Anforderungen für Reserven sinken. In dieser Woche werden weitere Daten von der chinesischen Wirtschaft erwartet. Höhepunkt ist die Veröffentlichung des Wirtschaftswachstums am Freitag. Von Reuters befragte Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 7,6 Prozent wuchs.
Am Montag ist die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in China eingetroffen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche in Peking stehen die Schuldenkrise in der Eurozone, Handelsfragen, der Konflikt in Syrien und die Atomstreitigkeiten mit dem Iran und Nordkorea. Ashton trifft den obersten chinesischen Außenpolitiker, Staatsrat Dai Bingguo, am Dienstag zur dritten Runde des strategischen Dialogs zwischen China und der EU.
Die Außenbeauftragte wird am Dienstag auch von Regierungschef Wen Jiabao sowie Verteidigungsminister Liang Guanglie empfangen. Auf ihrer fünftägigen Asienreise geht es von China nach Hongkong und Kambodscha weiter, wo Ashton am Donnerstag an einem Regionalforum in Phnom Penh teilnehmen wird.