Japan beschließt enormes Konjunkturpaket
Baku, den 11. Januar (AZERTAG). Die Wirkung von Konjunkturpaketen ist umstritten, der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe setzt aber trotzdem alles auf diese Karte. Am Freitag beschloss seine Regierung ein Maßnahmenpaket von umgerechnet 175 Milliarden Euro. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte für den schnelleren Wiederaufbau der Tsunami-Region im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 neue Arbeitsplätze verspricht sich die Regierung davon.
Außerdem solle das Programm der chronischen Deflation und dem hohen Yen-Kurs entgegenwirken, sagte Abe. Beides macht der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt seit Jahren zu schaffen. Der Regierungschef gab das Ziel aus, im Haushaltsjahr 2013/2014 ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu erreichen. Im Jahr 2011 sank die japanische Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent.
Mehr als die Hälfte des Konjunkturprogramms wird von der Regierung in Tokio getragen, der Rest soll von Kommunen und dem Privatsektor gestemmt werden. Auch wenn viele Ökonomen bezweifeln, dass das Konjunkturprogramm eine nachhaltige Wirkung haben wird, reagierte die Börse in Tokio sofort: Nach Bekanntgabe des Milliardenpakets legte der Nikkei -Index um gut 1,3 Prozent auf fast 10.800 Punkte zu.
Umgerechnet 35 Milliarden Euro sollen in den Wiederaufbau des von der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe im März 2011 schwer getroffenen Nordostens sowie in die Restaurierung von Tunneln, Brücken und anderer veralteter Infrastruktur fließen. Mit 30 Milliarden Euro sollen Unternehmen bei der Expansion ins Ausland unterstützt werden, etwa um die für japanische Firmen ungünstigen Wechselkurse auszugleichen. Besonders gefördert werden sollen die Forschung und Entwicklung in Bereichen wie Energie, Landwirtschaft oder Gesundheit.