Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika

Baku, den 9. Juli (AZERTAG). Hilfsorganisationen versuchen weiterhin, die Ausbreitung des gefährlichen Ebola-Virus in Guinea, Sierra Leone und Liberia einzudämmen. Ihre wichtigste Aufgabe scheint banal.

Es sind vermeintliche Kleinigkeiten, die entscheiden, ob sich ein Mensch mit dem gefährlichen Ebola-Virus infiziert: Angehörige in den Risikogebieten in Westafrika dürfen ihre Verstorbenen nicht waschen, bevor sie diese beerdigen. Sie dürfen sie auch nicht auf die Stirn küssen, auch wenn dies zur Tradition gehört. „Unsere größte Aufgabe bleibt es, Menschen in betroffenen Regionen zu schulen, damit sie sich nicht anstecken“, sagt Marino Lugli, verantwortlich für die Ebola-Einsätze von „Ärzte ohne Grenzen“.

Es gebe viele kulturelle Praktiken und traditionelle Überzeugungen zu überwinden, die derzeit einen wirksamen Schutz der Menschen verhindern. So werden etwa Verwandte, die erste Symptome aufweisen, immer wieder versteckt, um sie vor dem Zugriff der Ärzte zu schützen.

Der Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika sei noch lange nicht beendet, sagt Lugli. „Wir kennen Verläufe für eine einzelne Stadt, da dauert es nach Ausbruch der Krankheit bis zum Ende etwa vier Monate.“ Aber hier haben es die Ärzte mit Infizierten in 20 Städten in drei Ländern zu tun. Es dauere sicher noch bis Ende dieses Jahres, bis es gelingt, die Ausbreitung des Virus in Guinea, Sierra Leone und Liberia einzudämmen.

80 Patienten als gesund entlassen - Ärzte ohne Grenzen hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 500 Patienten behandelt, die unter Ebola-Verdacht standen oder definitiv mit der Krankheit infiziert waren. Bislang verzeichnet die WHO in den drei betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia 779 registrierte Krankheitsfälle und 481 Tote. Insgesamt 300 Mitarbeiter sind in Westafrika im Einsatz. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist inzwischen vor Ort, und das Rote Kreuz unterstützt die Mediziner. In der vergangenen Woche verständigten sich die Beteiligten auf einer Konferenz in Ghanas Hauptstadt Accra auf die weiteren Schritte.

Immer wieder gibt es zumindest kleine Erfolge zu vermelden, zuletzt aus Guinea. Hier konnten mehr als 80 Patienten gesund aus den Isolationsstationen entlassen werden. Aktuell betreibt Ärzte ohne Grenzen drei Ebola-Projekte in Guinea: eines im Donka-Krankenhaus in der Hauptstadt Conakry, eines in Telimélé in der Region Basse-Guinée (Niederguinea) und ein weiteres in Guéckédou in der Region Guinée forestière (Waldguinea), dem Epizentrum des Ausbruchs.

In jedem der Projekte leisten die Ärzte medizinische Versorgung, psychosoziale Behandlung und ambulante Hilfe. Sie desinfizieren Leichen, organisieren sichere Bestattungen und reinigen kontaminierte Areale. Außerdem bieten sie Hilfe bei der Überwachung von Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren, und bei epidemiologischen Analysen.

Eine Behandlungsstation wurde geschlossen - Eine differenzierte Betrachtung der Überlebensraten zeigt jedoch, wie schwer es ist, das Ebola-Virus unter Kontrolle zu kriegen:

- In Conakry hat Ärzte ohne Grenzen 59 Ebola-Patienten behandelt, 33 von ihnen sind wieder gesund.

- In Guéckédou konnten von 130 Patienten nur 31 gesund entlassen werden.

- Auch in Telimélé hat die Organisation 21 bestätigte Ebola-Patienten behandelt, 16 von ihnen haben das Virus überlebt.

Ein Team in Macenta in Guinée forestière (Waldguinea) behandelte sieben Patienten - fünf starben, zwei konnten gesund entlassen werden. Inzwischen konnte das Behandlungszentrum aber geschlossen werden, da es dort nach 21 Tagen keine neuen Fälle mehr gab.

Auch in Sierra Leone und Liberia sind die Ärzte ohne Grenzen aktiv. In Sierra Leone versucht die Organisation im Osten, an den Grenzen zu Guinea und Liberia die Verbreitung des Virus einzudämmen. In Liberias Hauptstadt Monrovia unterstützt ein Team das Gesundheitsministerium bei seinen Bemühungen, die Ausbreitung von Ebola einzudämmen.

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