Netflix seinen Umsatz im dritten Quartal auf gut 9,8 Milliarden Dollar gesteigert
Baku, 18. Oktober, AZERTAC
Der Videostreaming-Marktführer Netflix hat seinen Umsatz im dritten Quartal auf gut 9,8 Milliarden Dollar gesteigert. Das waren rund 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn wuschs im selben Zeitraum von rund 1,68 Milliarden auf etwa 2,36 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal hofft Netflix auf einen weiteren Schub, unter anderem durch die zweite Staffel der südkoreanischen Erfolgsserie „Squid Game“.
Im vergangenen Quartal gewann Netflix zudem rund fünf Millionen Kunden dazu – weit mehr als erwartet. Der Streamingdienst erreicht jetzt insgesamt rund 282,7 Millionen Kundenhaushalte und geht von etwa 600 Millionen Zuschauern aus. Wachstumsmotor ist nach Konzernangaben das günstigere Abo mit Werbung. In den Ländern, in denen es verfügbar ist, habe es im vergangenen Quartal mehr als die Hälfte der Neuzugänge ausgemacht.
Netflix geht zudem seit dem vergangenen Jahr gegen das Teilen von Passwörtern über einen Haushalt hinaus vor. Auch das treibt das Wachstum der Nutzerzahlen an. Viele bisherige Trittbrettfahrer holten sich ein eigenes Abo, statt Netflix den Rücken zu kehren.
Netflix will den Schwung nutzen und mehr TV-Anzeigen abgreifen. Das könnte dafür sorgen, dass mehr Werbeausgaben aus dem klassischen TV zu dem Internet-Dienst umgeleitet werden.
Die Strategie sei, möglichst alle TV-Kategorien abzudecken. Zum einen gibt es exklusiv verfügbare Filme und Serien. „Und man muss nirgendwo anders hin“, wenn man Realityshows, Animations-Serien oder Wrestling sehen wolle, sagte Co-Chef Ted Sarandos. Bislang hat Netflix aber selbst in den erfolgreichsten Märkten erst weniger als zehn Prozent des gesamten TV-Konsums auf sich gezogen.
Kunden verbringen im Schnitt zwei Stunden pro Tag bei dem Dienst. Die Nutzungszeit bei Werbe-Abos und teureren Preisstufen ohne Anzeigen sei ähnlich, hieß es.
Netflix hat laut Sarandos das Interesse verloren, seine Filme auch auf die große Kinoleinwand zu bringen. „Wir sind im Geschäft mit Unterhaltungsabos“, sagte er. Die zehn populärsten Netflix-Filme seien mehr als 100 Millionen Mal angeschaut worden – und lägen damit in der Liga von Produktionen, die eine Milliarde Dollar in Kinos eingespielt hätten.
Hollywood macht sich seit Jahren Sorgen, wie der Streaming-Boom das Film-Geschäft verändern wird. Zuletzt kam die Angst dazu, dass immer mehr Videos mit Künstlicher Intelligenz generiert werden. Sarandos ist da zurückhaltend. „KI muss aber erst einen wichtigen Test bestehen", sagt er. Die Technologie müsse erst beweisen, dass sie helfen könne, bessere Filme und Serien zu machen.
Anleger zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen. Die Netflix-Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um gut fünf Prozent zu.