Nordkorea startet Langstreckenrakete
Baku, den 12. Dezember (AZERTAG). Trotz internationaler Warnungen hat Nordkorea eine Langstreckenrakete gestartet. Der Flugkörper wurde von der Westküste des Landes abgefeuert, Trümmerteile gingen östlich der Philippinen nieder. Südkorea und Japan beriefen Dringlichkeitssitzungen ihrer Sicherheitskabinette ein.
Nordkorea hat am Mittwoch gegen internationale Kritik zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Langstreckenrakete gestartet. Die Rakete hob nach südkoreanischen Angaben kurz vor 10 Uhr Ortszeit ab und flog über die japanische Insel Okinawa.
Die Regierung in Tokio teilte mit, die Rakete sei von der Westküste Nordkoreas aus in südliche Richtung abgefeuert worden. Das südkoreanische Militär bestätigte den Start.
Kurz nach dem Abheben der Rakete berichtete der japanische Fernsehsender NHK, ihre zweite Stufe sei wie geplant vor der Küste der Philippinen ins Meer gestürzt. Es war zunächst nicht klar, ob die dritte Raketenstufe, die den Satelliten trägt, das Weltall erreicht hat.
Nordkorea äußerte sich zunächst nicht zu dem Raketenstart. Nach früheren nordkoreanischen Angaben soll die Rakete einen Satelliten ins All befördern, der lediglich friedlichen Zwecken dient.
Die japanische Regierung protestierte umgehend gegen den Raketenstart. Japan und Südkorea beriefen Dringlichkeitssitzungen ihrer Sicherheitskabinette ein.
Die Raketenpläne der Regierung in Pjöngjang sind unter anderem in Japan, den USA und Südkorea auf scharfe Kritik gestoßen. Die Länder werfen Nordkorea vor, nach Langstreckenraketen zu streben, die Atomsprengköpfe transportieren können. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Nutzung von Waffentechnologie in der Raumfahrt. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea Interkontinental-Raketen entwickelt, die eine Reichweite von mehr 6700 Kilometern haben und die USA treffen könnten.
Der Start am Mittwoch erfolgte überraschend - in den vergangenen Tagen war über mögliche Pannen und Verzögerungen berichtet worden. Nachdem zunächst auf Satellitenbildern zu erkennen gewesen war, dass die drei Stufen der Unha-3-Rakete in eine Montagehalle am Startplatz Sohae an der Westküste Nordkoreas gebracht worden waren, wurde sie wieder von der Startrampe geholt.
Zuvor hatte das staatliche Komitee für Raumfahrttechnologie mitgeteilt, der mögliche Zeitraum für den Start sei aufgrund eines Fehlers um eine Woche bis zum 29. Dezember verlängert worden.
Im April war eine Unha-3-Rakete kurz nach dem Start explodiert. Der Uno-Sicherheitsrat hatte den Test aufs Schärfste kritisiert.