Spuren der Vergangenheit in den Kalksteinwänden –Narimankänd-Höhlen VIDEO
Gobustan, 9. Oktober, AZERTAC
Die Narimankänd-Höhlen befinden sich im Bezirk Gobustan, im Dorf Narimankänd, am linken Ufer des Flusses Zangi. Insgesamt gibt es in der Gegend drei Höhlen: die Peyghämbär-Höhle (Prophetenhöhle), die Garanlig-Höhle (Dunkle Höhle) und die Goscha-Höhle (Doppelhöhle). Jede Höhle besteht aus drei bis vier Räumen.
Die Kalksteinwände sind so ausgehöhlt, dass mehrere Räume mit sanften Übergängen miteinander verbunden sind. Über den Ursprung der Höhlen gibt es verschiedene Theorien. Einer zufolge könnten hier einst alte Menschen gelebt haben. Eine andere Theorie besagt, dass die Höhlen als Verteidigungsanlagen dienten und Menschen dort Schutz suchten. Am glaubwürdigsten erscheint jedoch die Theorie, dass die Höhlen ursprünglich natürliche Höhlungen waren, die später erweitert und für spirituelle Übungen von Derwischen in Einsamkeit angepasst wurden.
Während der Massaker im März-April 1918 nutzten die Dorfbewohner diese Höhlen als Zufluchtsort. Die Einheiten der Bolschewiki und Daschnaken verbrannten 198 von 433 Häusern im Dorf und töteten 295 Menschen, die keine Chance zur Flucht hatten. Die wehrfähigen Bewohner des hilflosen Dorfes versteckten Frauen, Kinder und Alte in den Höhlen und beteiligten sich am Widerstand zum Schutz ihrer Heimat. Kurz gesagt, diese Höhlen boten den Dorfbewohnern während der armenischen Angriffe im Jahr 1918 Schutz.
Heute ziehen die Höhlen und die umliegende Landschaft sowohl durch die Schönheit der Natur als auch durch das beeindruckende Zusammenspiel historischer Geheimnisse Forscher und Geschichtsinteressierte gleichermaßen an.