Tschad leidet unter Überschwemmungen: 1,7 Millionen Menschen von Unwettern betroffen
Baku, 23. September, AZERTAC
Im Tschad sind durch die seit Juli anhaltenden Überschwemmungen bisher mehr als 500 Menschen gestorben. Rund 1,7 Millionen Menschen sind von den Unwettern betroffen, teilte das Uno-Büro für humanitäre Angelegenheiten (Ocha ) in dem zentralafrikanischen Land mit.
Demnach wurden bisher mehr als 200.000 Häuser zerstört und über 300.000 Hektar Agrarland überschwemmt. Fast 70.000 Nutztiere ertranken, wie das Ocha weiter berichtete.
Alle Provinzen des Landes seien betroffen, sagte Wasser- und Energieminister Marcelin Kanabe Passale. Die Flüsse Logone und Schari, die in der Hauptstadt N’Djamena zusammenfließen, könnten womöglich bald über die Ufer treten. Er rechne mit “schlimmen Überschwemmungen in den kommenden Tagen“, fügte der Minister hinzu. Er empfahl, Wasser aus privaten Brunnen vor dem Verbrauch mit Chlor zu behandeln. Ein speziell eingerichteter Ausschuss überwache die „Risiken im Zusammenhang mit der Verschmutzung der Trinkwasserversorgung und dem Anstieg der Flusspegel“, sagte er.
Im Tschad und in weiteren Ländern in Zentral- und Westafrika gibt es nach heftigen Regenfällen seit Wochen Überflutungen. In 14 Ländern sind mehr als vier Millionen Menschen betroffen, wie das Welternährungsprogramm mitteilte. Insgesamt verloren dabei 1000 Menschen ihr Leben. Auch in Mali, Nigeria und Niger haben sich die humanitären Krisen weiter verschärft.
Afrika ist zwar nur für einen kleinen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, gehört aber zu den Regionen, die am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffen sind, teilte die Weltorganisation für Meteorologie Anfang September mit. In Afrika südlich der Sahara werden die Kosten für die Anpassung an extreme Wetterereignisse in den nächsten zehn Jahren auf 30 bis 50 Milliarden Dollar jährlich geschätzt, heißt es im Bericht. Demnach könnten bis zum Jahr 2030 bis zu 118 Millionen Afrikaner von extremen Wetterereignissen betroffen sein.
Die Vereinten Nationen forderten verstärkte Anstrengungen und Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels und Versorgung der Opfer. Wissenschaftler warnen seit Langem, dass durch den menschengemachten Klimawandel extreme Wettervorkommnisse häufiger und länger auftreten und an Intensität zunehmen.