UN: WUF13 könnte Lösungen für globale Wohnraumkrise bieten
Baku, 17. Mai, AZERTAC
„In einer Welt, in der rund 2,8 Milliarden Menschen unter unzureichenden Wohnbedingungen leben, könnte das Forum WUF13 entscheidende Lösungen bieten“, sagte die Leiterin von UN-Habitat, Anacláudia Rossbach, in einem Interview mit UN Video und bezeichnete die Lage als „globale Wohnungskrise“.
Das Forum steht unter dem Motto „Wohnraum für alle: sichere und nachhaltige Städte und Siedlungen“. Laut den Vereinten Nationen leben derzeit fast 2,8 Milliarden Menschen in unzureichenden Wohnverhältnissen und gelten zudem mehr als 300 Millionen Menschen als obdachlos. Da bis 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben dürften, wird sich die Krise weiter verschärfen.
Anacláudia Rossbach betonte, dass diese Krise traditionell vor allem im Globalen Süden besonders ausgeprägt sei, nun jedoch zunehmend auch den Globalen Norden betreffe.
Die steigenden Lebenshaltungskosten seien ein zentrales Problem, sagte sie. Internationale Krisen, darunter der Krieg im Nahen Osten und damit verbundene Risiken für globale Lieferketten, verschärften die Lage zusätzlich.
Die Wohnraumkrise gehe weit über den Bau von Häusern hinaus. Wohnen werde zunehmend als Grundlage menschlicher Würde, urbaner Widerstandsfähigkeit und globaler Stabilität verstanden. Die Auswirkungen reichten in alle Lebensbereiche und belasteten Gesundheitssysteme, Bildung, Wirtschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Francine Pickup, stellvertretende Direktorin des United Nations Development Programme und Leiterin der UNDP-Delegation beim WUF13, sagte, die Organisation wolle das Forum in Aserbaidschan nutzen, um Partnerschaften für integrierte städtische Lösungen zu stärken, die Wohnen, Klimaanpassung, Regierungsführung und lokale Finanzierung verbinden.
„Diese globale Wohnungskrise ist nicht in erster Linie ein Bauproblem“, sagte sie. „Wir müssen über den reinen Wohnungsbau hinausgehen und das Thema Wohnen als komplexes städtisches System verstehen.“