US-Großbank fordert Boni von Managern zurück
Baku, den 11. Juli (AZERTAG). Händler der US-Großbank JPMorgan haben sich im großen Stil verzockt, riskante Wetten an den Kapitalmärkten kosten das Kreditinstitut Milliarden. Nun will das Unternehmen einen Teil des Geldes zurückholen - von den eigenen Managern.
Die US-Großbank JPMorgan Chase will Manager für ein milliardenschweres Spekulationsdesaster zur Rechenschaft ziehen. Der Konzern plane in Aktien ausgezahlte Boni im Wert von mehreren Millionen Dollar von mindestens vier Londoner Top-Bankern zurückzufordern, berichtet das „Wall Street Journal“. Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Personen, die mit der Sache vertraut seien.
Demnach werden die Spekulationen das Ergebnis für das zweite Quartal mit gut fünf Milliarden Dollar belasten. Die Bank legt ihre aktuelle Bilanz am Freitag vor. Laut „Wall Street Journal“ wird das Unternehmen dabei trotz der Einbußen einen Gewinn vermelden.
Die Londoner Händler der Bank waren riskante Wetten am Kapitalmarkt eingegangen und hatten am Ende verloren. Die Geschäfte liefen derart schief, dass Amerikas größtes Kreditinstitut sich im Mai gezwungen sah, vor einem Spekulationsverlust von mindestens zwei Milliarden Dollar zu warnen. Bankchef Jamie Dimon hatte früh einen schrittweisen Abbau der Positionen angekündigt - was weitere Verluste bedeuten könnte.
Laut „Wall Street Journal“ dürfte JPMorgan das Schlimmste mittlerweile hinter sich haben. Mit dem Rückzug sei das Institut schneller als erwartet vorangekommen. Zwischen 80 bis 90 Prozent der Spekulationspositionen seien bereits aufgelöst. Für den Rest dürfte maximal noch ein Verlust von einer Milliarde Dollar anfallen, aber auch Gewinne seien dafür nicht ausgeschlossen, sofern sich der Markt in eine für die Bank positive Richtung drehe.
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