US-Tochter Chrysler rettet Fiat vor Verlusten
Baku, den 31. Juli (AZERTAG). Der italienische Autohersteller Fiat bekommt die Wirtschaftskrise voll zu spüren. Der Umsatz im ersten Halbjahr brach ein, nur die guten Zahlen der US-Tochter Chrysler bewahrten den Konzern vor einem Verlust. Bei den deutschen Produzenten Audi und Porsche dagegen läuft das Geschäft.
Nach Peugeot und Opel muss nun auch Fiat schlechte Zahlen vermelden. Zwar fällt das Ergebnis des italienischen Konzerns nicht so verheerend aus wie das der beiden Konkurrenten. Doch Fiat kam in seiner Halbjahresbilanz nur dank der US-Tochter Chrysler ohne Verluste aus.
Fiat alleine hätte im ersten Halbjahr einen Verlust von mehr als 500 Millionen Euro eingefahren, wie der Konzern am Dienstag in Turin mitteilte. Der Umsatz fiel um fast sieben Prozent auf rund 18 Milliarden Euro. Damit trifft die Krise in Europa Fiat mit den Tochtermarken Alfa Romeo und Lancia immer härter.
Vor allem der Einbruch des italienischen Automarkts macht dem Konzern schwer zu schaffen. Bei der Tochter Chrysler dagegen laufen die Geschäfte gut. Diese profitiert von seiner starken Präsenz in Nordamerika. Während viele Autohersteller in Europa schwere Verluste hinnehmen mussten und mit sinkenden Absatzzahlen auch in China und Südamerika zu kämpfen hatten, ist Chrysler auf diesen Märkten kaum aktiv. Das Unternehmen erzielt 75 Prozent seines Umsatzes in den USA und weitere 12 Prozent in Kanada. In beiden Ländern ist der Automarkt seit drei Jahren im Aufwind.
Die US-Tochter polierte das Fiat-Konzernergebnis auf. Der Gewinn im zweiten Quartal betrug unterm Strich 358 Millionen Euro, nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz der Fiat-Gruppe, also mit der Tochter Chrysler, erreichte 21,5 Milliarden Euro, wobei Fiat allein lediglich 9,2 Milliarden Euro ausmachte. Weil Analysten bessere Ergebnisse erwartet hatten, gab die Fiat-Aktie in Mailand um 4,5 Prozent nach.
Vor allem Massenhersteller wie Fiat, PSA Peugeot Citroen oder Opel leiden unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher speziell in Südeuropa.