Viele Tote und Verletzte nach Massenpanik bei religiösem Fest in Indien
Baku, 3. Juli, AZERTAC
Bei einer religiösen Veranstaltung im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ist am Dienstag eine Massenpanik ausgebrochen. Mindestens 116 Menschen sind gestorben, etliche wurden verletzt. Unter den Opfern seien überwiegend Frauen und Kinder, sagte der Amtsarzt Rajkumar Aggarwal im indischen Fernsehen.
„Wir haben bislang 97 bestätigte Todesfälle“, sagte ein Behördenvertreter der Stadt Aligarh im Bundesstaat Uttar Pradesh, Chaitra V., am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die meisten seien erstickt, heißt es vonseiten der Polizei. Es wird davon ausgegangen, dass sie niedergetrampelt wurden. Zahlreiche weitere Menschen seien verletzt worden.
Zahl der Opfer kann noch steigen - Es könne sein, dass die Zahl der Opfer noch steige. Auf Internetportalen wurden Videos hochgeladen, auf denen mutmaßlich Leichen zu sehen waren, die vor einem örtlichen Krankenhaus auf dem Boden lagen. Andere Videos zeigen den Veranstaltungsort vor dem Unglück. Man sieht eine Menschenmenge, viele recken feierlich die Hände in die Höhe.
Das Unglück ereignete sich in einem Dorf im Bezirk Hathras, etwa 200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Neu-Delhi, bei einer Feier zu Ehren des Gottes Shiva. Der Ministerpräsident des Bundesstaates, Yogi Adityanath, ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an .
Zu der Veranstaltung hatten laut Medienberichten ein lokaler Hindu-Prediger und dessen Frau aufgerufen. Laut einem Bezirksvertreter sei die Panik wegen Überfüllung ausgebrochen, als die Menschen den Veranstaltungsort verlassen wollten. Augenzeugen berichteten der Presse von einem schmalen Ausgang, durch den sich die Menge gedrängt habe.
Veranstaltungsort überfüllt und überhitzt – „Als die Predigt beendet war, haben alle angefangen herauszurennen“, sagte eine Frau mit dem Namen Shakuntala der indischen Nachrichtenagentur PTI. „Die Menschen sind in einen Kanal neben der Straße gefallen, einer ist auf den anderen gefallen und sie wurden erdrückt“. Der Leiter der örtlichen Gesundheitsbehörde, Umesh Kumar Tripathi, sagte Journalisten, die meisten Toten seien Frauen.
Der Gebetsort sei überfüllt und überhitzt gewesen, sagte Ashish Kumar, ein Sprecher der örtlichen Behörden, im indischen Fernsehen. Durch die Hitze sollen Menschen bewusstlos geworden sein, und bei den überstürzten Versuchen, den Ort zu verlassen, seien Anwesende gefallen und niedergetrampelt worden, so Kumar. Die Verletzten würden in unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt werden, hieß es.
In Indien kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken am Rande religiöser Veranstaltungen. So starben 2016 mindestens 112 Menschen durch ein verbotenes Feuerwerk in einem Tempelkomplex im Bundesstaat Kerala. 2013 wurden 115 Gläubige bei einer Massenpanik an einer Brücke nahe einem Tempel im Bundesstaat Madhya Pradesh getötet. Ebenfalls bei einer Massenpanik starben im Jahr 2008 mehr als 220 Pilger an einem Tempel in der nördlichen Stadt Jodhpur.