Argentinien evakuiert Crew von Marineschiff
Baku, den 22.Oktober (AZERTAG). Nervenkrieg vor der Küste Ghanas. Seit knapp drei Wochen liegt dort ein argentinisches Segelschulschiff, festgesetzt von einem US-Hedgefonds. Der Investor will so Geld eintreiben, das Argentinien ihm schuldet. Nun sollen die Vereinten Nationen den Streit schlichten - die Crew musste von Bord gehen.
Seit dem 2. Oktober liegt die „Libertad“ im Hafen von Tema in Ghana. Ein US-Hedgefonds hatte den imposanten argentinischen Dreimaster vor knapp drei Wochen beschlagnahmt, weil das südamerikanische Land dem Investor Geld schuldet.
Gut hundert Meter lang ist die „Libertad“. Seit 50 Jahren befährt sie die Weltmeere, zuletzt als Segelschulschiff für die argentinische Marine. Der Finanzfonds NML Capital mit Sitz auf den karibischen Cayman-Inseln hatte vor einem Gericht in Ghana die Pfändung des Schiffs erreicht, um die Regierung in Buenos Aires zur Zahlung von ausstehenden Krediten und Zinsen zu zwingen. Der Fonds will das Schiff erst dann wieder aufs offene Meer lassen, wenn das südamerikanische Land ihm mindestens 20 Millionen Dollar zahlt.
Argentinien verurteilt die radikalen Mittel von NML. Die Menschenrechte würden laut Präsidentin Cristina Kirchner verletzt. Es habe zwischenzeitlich keine Elektrizität an Bord gegeben, weil kein neues Öl aufs Schiff gebracht werden durfte. So hätten Lebensmittel nicht gekühlt und Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen werden können.
Nun bringt Argentinien den Streit um das beschlagnahmte Segelschulschiff vor die Vereinten Nationen. Laut einem Bericht der „Financial Times“ nannte Außenminister Héctor Timerman den Fall eine „rechtswidrige Beschlagnahme“. Buenos Aires werde niemals mit „Aasgeier-Fonds“ - so nennt die argentinische Regierung ihren Gläubiger - verhandeln. Wie Timerman am Samstag in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung mitteilte, gab Präsidentin Kirchner Anweisung, den Fall bei einer Tagung des Uno-Sicherheitsrats am Montag zu besprechen.