Chinesische Behörden stoppen Bau von Kupferfabrik
Baku, den 4. Juli (AZERTAG). Der Protest war erfolgreich. In China ist der Bau einer Kupferfabrik abgeblasen worden. Die Anwohner hatten vor möglichen Umweltschäden gewarnt.
Die Proteste Anfang der Woche waren gewaltsam - dennoch haben die Demonstranten ihr Ziel erreicht. Chinesische Behörden verzichten nun auf den geplanten Bau einer Fabrik für Schwermetalle, vor allem für Kupfer. Die südwestchinesische Stadt Shifang werde das Projekt nicht umsetzen, sagte der Chef der örtlichen Kommunistischen Partei, Li Chengjing in der Nacht zu Mittwoch. Das Bauvorhaben hätte viele Jobs geschaffen und der Stadt Geld eingebracht, ergänzte er. Seiner Regierung sei es aber nicht gelungen, den Bürgern die Vorteile des Projekts zu erklären.
Gegen den Neubau der Kupferfabrik hatten am Montag und am Dienstag tausende Menschen demonstriert, weil sie durch die Verarbeitung von Schwermetallen Umweltschäden befürchteten. Die Polizei war gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen. Bewohner berichteten, dass Beamte am Dienstag Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt hatten. Schon am Montag hatte es bei den Protesten schwere Ausschreitungen gegeben. Nach Regierungsangaben bewarfen Demonstranten Verwaltungsgebäude mit Steinen, beschädigten Autos und griffen Polizisten an.
Menschenrechtsorganisationen berichten von Toten-Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Chinese Human Rights Defenders sollen bei dem Polizeieinsatz am Montag zwei Menschen getötet worden sein. Polizei und Regierung erwähnten keine Todesopfer. Die Polizei hatte die Fabrikgegner gewarnt, ihre Proteste fortzusetzen. Jeder, der illegale Handlungen begehe, werde „schwer bestraft“. Gemeint waren einer Mitteilung der Polizei zufolge unerlaubte Versammlungen, Demonstrationen, Sachbeschädigungen oder Plünderungen. Demnach war auch die Nutzung des Internets oder von Mobiltelefonen für den Protest untersagt.
Umweltfragen sind in China immer häufiger Anlass für Proteste. Die 220.000-Einwohner-Stadt Shifang kämpft noch immer mit den Folgen des schweren Erdbebens von 2008, bei dem in der Region zehntausende Menschen getötet wurden.