Das älteste Steak der Welt
Baku, den 6. Oktober (AZERTAG). Ob dreiteilige Holz-Leder-Konstruktion oder Gips-Mischung: Zehenprothesen, entdeckt bei ägyptischen Mumien, verbessern tatsächlich den Gang. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick. Schmieden war Frauensache - und ein ganz altes Steak aus China.
Ohne großen Zeh zu laufen ist schwierig. Doch waren die Zehenprothesen von Mumien aus dem alten Ägypten tatsächlich geeignet, den Trägern wieder das korrekte Aufsetzen und Abrollen des Fußes zu ermöglichen - oder dienten sie lediglich als kosmetische Korrektur für verlorene Gliedmaßen? Dieser Frage ging Jacky Finch von der University of Manchester nach.
Mit Hilfe von Freiwilligen, denen der rechte große Zeh abhanden gekommen war, testete sie zwei ägyptische Prothesen in der Praxis. Das eine war eine dreiteilige Holz-Leder-Konstruktion, gefunden an einer Frauenmumie, die zwischen 950 und 710 v. Chr. gestorben und nahe Luxor begraben worden war. Bei der anderen handelte es sich um den so genannten Greville Chester Kunstzeh, hergestellt vor dem Jahr 600 v. Chr. aus einer Mischung aus Leinen, Kleber und Gips. An beiden hatten schon die Ausgräber deutliche Spuren der Nutzung festgestellt, es waren also keine Artefakte, die nur für das Grab dienen sollten.
Für ihren Test ließ Finch die Probanden Nachbauten der Prothesen tragen. Damit sollten sie barfuß, in ihren eigenen Schuhen und in Sandalen laufen, die nach Vorbildern aus ägyptischen Gräbern gefertigt waren. Finch filmte dabei die Füße und maß den Druck der Schritte mit Hilfe einer Spezialmatte. Und siehe da. Die Prothesen verbesserten den Gang erheblich. Erstaunlicherweise funktionierten die Prothesen tatsächlich am besten mit den ägyptischen Sandalen. Während die Ergebnisse barfuß oder in den eigenen Schuhen nicht so deutlich waren, halfen die Zehenprothesen ganz klar beim Tragen der ägyptischen Schuhmode. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Prosthetics and Orthotics erschienen.