Hurrikan “Beryl“ schwerste Verwüstungen angerichtet
Baku, 3. Juli, AZERTAC
Der Hurrikan “Beryl“ ist über die östliche Karibik hinweggefegt – und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Auf Union Island, der südlichsten Insel von St. Vincent und den Grenadinen, seien 90 Prozent der Häuser schwer beschädigt oder zerstört worden, sagte Ministerpräsident Ralph Gonsalves am Dienstag.
Das volle Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar. Bislang wurden sechs Todesopfer gemeldet: In Grenada starben drei Menschen, in Venezuela zwei und in St. Vincent und die Grenadinen kam eine Person ums Leben.
In Venezuela wurde Vizepräsidentin Delcy Rodríguez von einem umstürzenden Baum getroffen. „Sie stand in einem Hain, als eine starke Böe mehrere Bäume fällte und einer auf sie stürzte“, sagte der Präsident des südamerikanischen Landes, Nicolás Maduro, in einer im Fernsehen übertragenen Rede vor Anhängern . „Es hat sie heftig erwischt, aber sie ist bei Bewusstsein. Sie ist stark. Sie hat mir gerade geschrieben und sendet Grüße.“
Rodríguez ist eine der einflussreichsten Politikerinnen in dem autoritär regierten Land. Der früheren Außenministerin untersteht unter anderem der Geheimdienst Sebin, dem zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Ihr Bruder Jorge Rodríguez ist Präsident der Nationalversammlung.
Rodríguez war in den Bundesstaat Sucre gereist, um die Beseitigung der von Tropensturm “Beryl“ verursachten Schäden zu beaufsichtigen. Die Regierung verlegte 3600 Polizisten und Katastrophenschützer in die Region im Norden des Landes und schaffte 2000 Tonnen Hilfsgüter in das Katastrophengebiet.
Innerhalb von weniger als 24 Stunden hatte sich “Beryl“ am Wochenende östlich der Karibik von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt. Das Sturmzentrum traf am Montag über der zu Grenada gehörenden Insel Carriacou auf Land und verursachte schwere Zerstörung. Zwischenzeitlich maß das US-Hurrikanzentrum NHC Windgeschwindigkeiten um die 270 Kilometer pro Stunde. Ab 251 ist die höchste Kategorie 5 erreicht.
Inzwischen hat sich “Beryl“ auf seinem Weg durch die Karibik leicht abgeschwächt. Laut NHC lag er am Dienstagnachmittag (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde knapp unterhalb der Schwelle zur Kategorie 5.
Nun bereitet sich Jamaika auf schweren Regen und Wind sowie eine zu erwartende Sturmflut vor. Die Flughäfen von Kingston und Montego Bay sollen ab der Nacht vorerst geschlossen bleiben. Ministerpräsident Andrew Holness rief die Bevölkerung auf, sich mit Trinkwasser und Dosennahrung zu versorgen und, wenn nötig, in Sicherheit zu bringen.
Ab der Nacht zu Donnerstag soll sich “Beryl“ den Prognosen zufolge den Kaimaninseln und später der mexikanischen Halbinsel Yucatán nähern.