Junta bombardiert Mahnwache – mindestens 24 Tote
Baku, 8. Oktober, AZERTAC
In der Gemeinde Chaung U im Zentrum Myanmars ist eine Zusammenkunft anlässlich des Endes der buddhistischen Fastenzeit brutal beendet worden: Das Militär ließ dort am Montag eine Mahnwache bei Kerzenlicht aus der Luft angreifen.
Mindestens 24 Menschen wurden getötet und 47 weitere verletzt, als von einem motorisierten Gleitschirm zwei Bomben auf die Menge abgeworfen wurden, teilte ein Sprecher der Exilregierung dem Sender BBC Burmese mit. Dem unabhängigen Exilnachrichtenportal Irrawaddy zufolge sind unter den Toten auch Kinder.
Ungefähr 100 Menschen hatten an der Versammlung teilgenommen, die als friedlicher Protest gegen die Wehrpflicht der Junta und die bevorstehenden nationalen Wahlen organisiert worden war. Die Teilnehmer forderten unter anderem die Freilassung politischer Gefangener, darunter der demokratisch gewählten Politikerin Aung San Suu Kyi, die durch den Putsch gestürzt und danach inhaftiert wurde.
Schwere Bombardements - Berichten zufolge wurde die Menschenmenge noch vor einem bevorstehenden Angriff gewarnt. Man habe daraufhin versucht, die Mahnwache schnell zu beenden, aber die motorbetriebenen Gleitschirme seien früher als erwartet am Ort des Geschehens eingetroffen, hieß es.
Einheimische berichteten BBC Burmese, dass es schwierig gewesen sei, die Leichen nach dem Vorfall zu identifizieren. »Kinder wurden völlig zerfetzt«, berichtete eine Frau, die bei der Organisation der Veranstaltung geholfen hatte, der Nachrichtenagentur AFP.
Nachdem die Armee in Myanmar die Kontrolle über mehr als die Hälfte des Landes verloren hatte, erobert sie nun mit Luftangriffen und schweren Bombardements Gebiete zurück. Die Gemeinde, die am Montag angegriffen wurde, liegt in der Region Sagaing nahe der zweitgrößten Stadt Mandalay. Große Teile von Sagaing stehen unter der Kontrolle von Freiwilligenmilizen, die nach dem Putsch gegründet wurden, um gegen die Militärregierung zu kämpfen.