Milchstraße kollidiert mit der Andromeda-Galaxie
Baku, den 1. Juni (AZERTAG). Das Schicksal unserer Heimatgalaxie ist besiegelt. Die Milchstraße wird bei der Kollision mit der Andromeda-Galaxie völlig umgekrempelt. In sechs Milliarden Jahren soll die Fusion abgeschlossen sein.
Die Milchstraße einschließlich der Erde wird nach Berechnungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa in vier Milliarden Jahren allmählich mit der Andromeda-Galaxie fusionieren. Der Fusionsprozess wird weitere zwei Milliarden Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Wie der Astrophysiker Roeland van der Marel erläuterte, ergeben sich diese Berechnungen aus Daten des Weltraumteleskops Hubble. Derzeit sei die Andromeda-Galaxie jedoch noch in einer Entfernung von 2,5 Millionen Lichtjahren, wobei ein Lichtjahr einer Distanz von 9,46 Milliarden Kilometern entspricht.
Erde und Andromeda-Galaxie rasen mit etwa 400.000 Kilometern pro Stunde aufeinander zu. Unklar war bislang, ob sie direkt miteinander kollidieren, sich nur streifen oder sogar ganz verfehlen werden, weil die genaue Flugrichtung der Andromeda-Galaxie nicht bekannt war.
Durch die Kollision werden die beiden Spiral-Galaxien zu einer großen neuen elliptischen Galaxie verschmelzen, erläutern die Forscher. Unser Sonnensystem werde dabei voraussichtlich an einen völlig anderen Platz in der verschmolzenen Galaxie katapultiert, jedoch nicht zerstört.
Kollidierende Galaxien fliegen - anders als zusammenstoßende Autos - im Wesentlichen durcheinander hindurch. Direkte Zusammenstöße von Sternen kommen dabei kaum vor. Die Galaxien werden jedoch durch ihre Schwerkraft aneinander gefesselt und verschmelzen dadurch schließlich.
„Nach beinahe einem Jahrhundert der Spekulation in der wissenschaftlichen Gemeinschaft über das Schicksal Andromedas und der Milchstraße gibt es nun endlich eine klare Vorstellung zu den kosmischen Ereignissen in den kommenden Milliarden Jahren“, sagte Sangmo Tony Sohn vom Weltraumteleskop-Institut STScl in Baltimore.