Polizei löst Proteste gegen chinesische Mine auf
Burma, den 29. November (AZERTAG). Im Norden Burmas protestieren Studenten, Bauern und Mönche gegen ein geplantes chinesisches Kupferbergwerk. Die Demonstranten wurden von ihrem Land vertrieben, teils sogar ohne Entschädigung. Jetzt rückte die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas an.
Die Polizei in Burma hat eine Protestkundgebung gegen ein chinesisches Kupferbergwerk mit Gewalt beendet und dabei mindestens 20 Menschen verletzt. Die Sicherheitskräfte rückten am Donnerstagmorgen gegen hunderte Demonstranten vor, darunter nach Angaben von Augenzeugen 50 Mönche. Rund 200 Menschen hatten ein Ultimatum zum Räumen des Geländes am Latpadantaung-Bergwerk rund 800 Kilometer nordwestlich von der Hafenstadt Rangun verstreichen lassen.
Als die Polizei am frühen Morgen anrückte, schliefen die Demonstranten noch. Sie flohen nach Angaben eines Mönches in ein nahe gelegenes Kloster. Der Einsatz erfolgte wenige Stunden vor einem Besuch von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bei den Demonstranten.
Studenten, Bauern und Mönche wenden sich mit dem Protest gegen die Enteignung von Land für das geplante Kupferbergwerk. Ihren Angaben zufolge wurden 3200 Hektar Land ohne vorherige Befragung der Betroffenen und teils auch ohne Entschädigung enteignet. Zuletzt harrten rund 300 Demonstranten in dem Protestlager aus, obwohl das Innenministerium ihnen eine Frist bis Dienstag zum Verlassen des Ortes gesetzt hatte. Das Bergwerk wird gemeinsam von einer militäreigenen Firma und der chinesischen Firma Wanbao betrieben.
Seit der Ablösung der Militärjunta durch eine zivile Regierung im März 2010 wurden zahlreiche Reformen in Burma eingeleitet. Im vergangenen Jahr überraschte Präsident Thein Sein die Welt mit der Ankündigung, dass ein extrem unbeliebtes chinesisches Staudammprojekt fallen gelassen werde. Seit einigen Monaten sind auch offiziell Demonstrationen zugelassen, allerdings wurden am Mittwoch bei einem Protest gegen das Bergwerk in der Wirtschaftsmetropole Rangun acht Teilnehmer wegen Verunglimpfung des Staates festgenommen.