Raja Pervaiz Ashraf wird neuer Ministerpräsident
Baku, den 23. Juni (AZERTAG). Der umstrittene frühere Energieminister Raja Pervaiz Ashraf ist in Pakistan zum neuen Ministerpäsidenten gewählt worden. Dem Politiker wurde in der Vergangenheit immer wieder Korruption vorgeworfen.
Der mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte Politiker Raja Pervaiz Ashraf ist zum neuen Ministerpräsident Pakistans gewählt worden. Seine Ernennung sicherte sich der 61-Jährige Wasser- und Energieminister mit Unterstützung der Regierungskoalition unter Führung der Pakistanischen Volkspartei (PPP).
Ashraf folgt Raza Gilani ins Amt. Dieser war wegen seiner Weigerung, Korruptionsermittlungen gegen Staatspräsident Asif Ali Zardari einzuleiten, vom Verfassungsgericht abgesetzt worden. Beobachter gehen davon aus, dass die Richter auch Ashraf mit der gleichen Forderung konfrontieren werden und ihn dann das gleiche Schicksal wie sein Vorgänger ereilen dürfte.
Nur ein Reservekandidat-Ashraf stand von 2008 bis 2011 an der Spitze des Ministeriums für Wasser und Energie. In dieser Zeit geriet er wegen Korruptionsvorwürfen ins Zwielicht. So soll er Schmiergelder für die Vergabe von Energieprojekten eingestrichen haben. Außerdem war Ashraf für den Import gemieteter Kernkraftwerke verantwortlich, die der Regierung Kosten in Millionenhöhe verursachten, ohne das Problem häufiger Stromausfälle in Pakistan in den Griff zu bekommen. Das brachte Ashraf in den Medien den Spitznamen „Miet-Raja“ ein. Er bestritt allerdings jegliches Fehlverhalten.
Für die Regierungspartei PPP war Ashraf denn auch der Reservekandidat. Allerdings wurde gegen Wunschkandidat Makhdoom Shahabuddin am Vortag kurz nach seiner Nominierung im Zusammenhang mit einem Drogenschmuggelskandal Haftbefehl erlassen. Dass Ashraf in den politischen Machtkämpfen in Pakistan erfolgreich vermitteln kann, gilt unter Beobachtern als unwahrscheinlich.