„Schneise der Verwüstung“ in Hamburg-Wandsbek
Baku, den 2. Juni (AZERTAG). Mit Berufung auf die ausländischen Massenmedien teilt AZERTAG mit, dass es acht verletzte Polizisten und schwere Schäden im Stadtteil Wandsbek gegeben hat. Das ist die Bilanz von gewalttätigen Demonstrationen der linken Szene gegen einen Nazi-Aufmarsch in Hamburg.
In Hamburg ist es am Rande von Demonstrationen gegen einen rechtsextremen Aufmarsch zu schweren Ausschreitungen gekommen.
Ein Aufmarsch von Neonazis und schwere Ausschreitungen bei Gegendemonstrationen haben in Hamburg fast 4500 Polizisten in Schach gehalten. Durch den Bezirk Wandsbek, wo die Rechtsextremen nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts am Samstagmittag marschieren durften, zog sich eine Schneise der Verwüstung, wie ein Augenzeuge dapd sagte. Gegner der Neonazis hatten Barrikaden und Fahrzeuge rund um den Eilbeker Weg in Brand gesteckt. Dort wollten der Polizei zufolge rund 700 Rechte entlang marschieren.
Bereits in der Nacht hatten Brandstifter elf Polizeifahrzeuge auf dem Parkplatz eines Hamburger Hotels angezündet, wo für den Einsatz zugereiste Beamte schliefen. Die Täter entkamen unerkannt. Am Vormittag dann trafen sich Tausende Gegner der Rechtsextremen im Bezirk Wandsbek. „Unsere primäre Aufgabe ist es, die Rechten und die Gegendemonstranten voneinander zu trennen“, sagte eine Polizeisprecherin.
Noch bevor die Neonazis, deren Anreise von der Polizei gesichert wurde, Wandsbek erreichten, griffen Gegendemonstranten Beamte mit Steinen und Böllern an. Acht Polizisten wurden der Sprecherin zufolge verletzt. Die Täter hätten zur linken Szene gehört. Daraufhin kreisten Polizisten eine Gruppe von 500 bis 700 Teilnehmern ein und nahm sie in Gewahrsam, um Personalien aufzunehmen. Es wurden Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.
Andere Gegendemonstrationen lösten sich in kleine Gruppen auf, die unkontrolliert durch die Straßen Wandsbeks zogen. Bis zu 3.000 Menschen waren es der Polizei zufolge. „Die Lage ist sehr unübersichtlich“, sagte die Sprecherin. Mit einem Polizeihubschrauber versuchten die Beamten, den Überblick von oben zu behalten.
Am Mittag erreichten die Neonazis ihren zentralen Kundgebungsplatz an der Pappelallee. Mit Sitzblockaden versperrten ihnen Hunderte Gegendemonstranten die geplante Route über den Eilbeker Weg. Die Polizei trug einige Blockierer weg und ging mit Wasserwerfern gegen sie vor. Doch der Widerstand war zu groß: Die Polizei änderte die Route der Rechten in Richtung Pappelallee. „Es waren einfach zu viele Gegendemonstranten am Eilbeker Weg“, sagte die Polizeisprecherin.
Die Neonazis, deren Aufzug am frühen Abend zuende ging, trugen Plakate mit Sprüchen wie: „Stoppt den Multikultiwahn“ oder „Deutsch kann nur der sein, der deutscher Abstammung ist“ oder „Multikulti = Völkermord“. Zu Beginn der Kundgebung hatte der bundesweit bekannte Neonazi Thomas Wulff eine Rede gehalten. Wulff ist in der rechten Szene als „Steiner“ bekannt. Auf der Twitter-Seite der Rechtsextremen hieß es dazu: „Kamerad Steiner begrüßt die Demoteilnehmer“.
Derweil protestierten am Samstag aber auch Tausende Menschen friedlich in der Innenstadt gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen. Am Morgen gab es eine Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbunds mit Polizeiangaben zufolge 3000 Teilnehmer und eine Kundgebung des vom Senat unterstützten Bündnisses „Hamburg bekennt Farbe“ auf dem Rathausmarkt. Nach Polizeiangaben versammelten sich dort 10.000 Menschen.