Sudan und Südsudan liefern sich Grenzgefechte
Baku, den 12. April (AZERTAG). Der Konflikt zwischen Sudan und Südsudan hat sich verschärft, teilt AZERTAG mit Berufung auf ausländische Presseberichte mit. Truppen des Südens sind in das Gebiet des nördlichen Nachbarn einmarschiert. Khartum droht mit Vergeltung, Juba rechtfertigt die Aktion als Selbstverteidigung. Die Uno will beide Seiten zurück an den Verhandlungstisch bringen.
In Afrika wächst die Sorge vor einem neuen Krieg. Sudan hat die Gespräche über ein Sicherheitsabkommen und die Verteilung der Öleinnahmen mit Südsudan abgebrochen. Außerdem kündigte die Regierung in Khartum an, ihre Armee mobilisieren zu wollen.
Sudan reagiert damit auf den Einmarsch der südsudanesischen Armee (SPLA) in die ölreiche sudanesische Region Heglig. Khartum warf dem Süden die schwerste Verletzung der territorialen Integrität seit dessen Unabhängigkeit vor. Die Afrikanische Union (AU) forderte den Rückzug der südsudanesischen Truppen. Der Staatenbund äußerte in einer Erklärung seine „tiefe Besorgnis über die Verschärfung des bewaffneten Konflikts an der Grenze“. Zudem forderte die AU beide Staaten auf, weitere Luftangriffe zu unterlassen und nicht länger Rebellen auf dem Staatgebiet des Nachbarn zu unterstützen.
An der umstrittenen Grenze zwischen den beiden Staaten dauern die Kämpfe seit Montag an. Permanent gebe es Angriffe der sudanesischen Armee, sagte der Vizechef des südsudanesischen Militärgeheimdiensts, Mac Paul, in Bentiu, der Hauptstadt der Grenzregion Unity. Dennoch kontrollierten die südsudanesischen Truppen wieder das umstrittene Heglig-Ölfeld. Dort werden pro Tag 115.000 Barrel Rohöl gefördert - die Hälfte der Ölproduktion Sudans. Doch der Süden beansprucht das Gebiet für sich.