US-Präsident verhängt Zölle in Höhe von 35 Prozent gegen Kanada
Baku, 11. Juli, AZERTAC
US-Präsident Donald Trump verhängt gegen Nachbar Kanada Zölle in Höhe von 35 Prozent. Der Republikaner brachte in dem auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichen Brief zu den Zöllen auf die Einfuhr von kanadischen Produkten auch die Fentanyl-Krise ins Spiel.
Trump kritisierte, dass Kanada es nicht geschafft habe, den Zustrom der synthetischen Droge in die USA zu stoppen. Im Zollstreit habe Kanada stattdessen – anstatt mit den USA zusammenzuarbeiten – mit eigenen Zöllen auf eine frühere Zoll-Ankündigung der USA zurückgeschlagen.
Fentanyl ist eine synthetische Droge, die schnell und stark abhängig macht. Sie hat in den USA zu einem großen Drogenproblem geführt. Verbrechersyndikate versorgen vorwiegend aus Mexiko heraus den Schwarzmarkt der Vereinigten Staaten mit Drogen. US-Präsident Trump wirft auch Kanada und China vor, für die Fentanyl-Krise mitverantwortlich zu sein.
Kanada ist der wichtigste Handelspartner der USA - Ende Juni hatte Trump bereits Handelsgespräche mit Kanada aufgekündigt. Als Grund hatte Trump eine von Kanada geplante Einführung einer Digitalsteuer auf Geschäfte amerikanischer Unternehmen genannt. Die USA sind für Kanada mit Abstand der wichtigste Handelspartner, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Der US-Präsident hatte Anfang April einen weltweiten Handelskonflikt entfacht. Trump kündigte zunächst hohe Importaufschläge für zahlreiche Länder an, senkte diese nach heftigen Reaktionen an den Finanzmärkten aber auf einen Basissatz von zehn Prozent ab. Zugleich verkündete Trump eine 90-tägige „Pause“ für Verhandlungen, die eigentlich am Mittwoch auslaufen sollte. Diese Frist verlängerte der Präsident am Montag bis zum 1. August.
Zuletzt hat der Republikaner bereits zahlreiche Briefe an andere Länder öffentlich gemacht. Die EU war bislang nicht darunter.
Das ist der aktuelle Stand (Start 1. August):
Philippinen: 20 Prozent
Japan: 25 Prozent
Südkorea: 25 Prozent
Malaysia: 25 Prozent
Kasachstan: 25 Prozent
Tunesien: 25 Prozent
Moldau: 25 Prozent
Brunei: 25 Prozent
Bosnien und Herzegowina: 30 Prozent
Libyen: 30 Prozent
Irak: 30 Prozent
Algerien: 30 Prozent
Sri Lanka: 30 Prozent
Südafrika: 30 Prozent
Indonesien: 32 Prozent
Kanada: 35 Prozent
Bangladesch: 35 Prozent
Serbien: 35 Prozent
Kambodscha: 36 Prozent
Thailand: 36 Prozent
Laos: 40 Prozent
Myanmar: 40 Prozent
Brasilien: 50 Prozent