Viele Tote in Taiwan durch Supertaifun „Ragasa“: Mehr als 500 Flüge gestrichen
Baku, 24. September, AZERTAC
Auf Bildern der nationalen Brandschutzbehörde Taiwans waren überflutete Straßen, entwurzelte Bäume und zur Hälfte unter Wasser stehende Fahrzeuge zu sehen. Der Supertaifun „Ragasa“ hat bislang mehrere Todesopfer gefordert.
Nach dem Überlaufen eines natürlichen Stausees sind im Osten Taiwans 14 Menschen ums Leben gekommen, wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte. Die Zahl dürfte weiter steigen, da noch mindestens 120 Personen vermisst werden.
Eine Flutwelle habe eine Ortschaft im Landkreis Hualien erfasst. Der durch Erdrutsche aufgestaute See war am Dienstagnachmittag über die Ufer getreten. Die Erdrutsche waren durch heftige Regenfälle vom Supertaifun „Ragasa“ ausgelöst worden, der Taiwan seit Montag heimsucht. In ganz Taiwan wurden rund 7700 Bewohner wegen des Taifuns zur Evakuierung aufgerufen, 3100 davon kamen demnach bei Freunden oder Verwandten unter.
Der Wirbelsturm zieht nun in Richtung der südchinesischen Küste und der Finanzmetropole Hongkong. Dort warnten die Behörden eindringlich vor dem Wirbelsturm. Das Hong-Kong-Observatorium rief am Mittag die dritthöchste Taifun-Warnstufe aus. „Ragasa“ könne zu einem der zerstörerischsten Taifune in der jüngeren Geschichte der Stadt werden, warnte der Wetterdienst. Demnach wurden im Inneren des Wirbelsturms Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde gemessen, während er über das Südchinesische Meer in Richtung Westen zog.
Hongkong wappnet sich für den Sturm - Arbeiter errichteten mit Sandsäcken Schutzwälle gegen die erwarteten Wassermassen und installierten erhöhte Fußgängerwege. 46 Notunterkünfte wurden eingerichtet. Die Bewohner tieferliegender Wohngebiete wurden zur Wachsamkeit aufgerufen. Für Dienstag und Mittwoch wurde der Schulunterricht abgesagt.
Der Flughafen Hongkong sollte geöffnet bleiben, ab Dienstagabend Ortszeit werde aber mit erheblichen Störungen des Flugbetriebs gerechnet, teilte die Flughafenbehörde mit. Mehr als 500 Flüge der Fluggesellschaft Cathay Pacific könnten gestrichen werden.
„Ragasa“ war am Montag im Norden der Philippinen auf Land getroffen. Dort wurden Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt, mindestens zwei Menschen kamen bei einem Erdrutsch ums Leben. Tausende Menschen suchten Schutz in Schulgebäuden und Evakuierungszentren.
Zwischen Juli und Oktober wüten in der Region regelmäßig heftige Stürme. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich die Stürme immer näher an den Küsten bilden, schneller an Stärke zunehmen und länger über Land bleiben.