Warum es hilft, wenn die Milch immer rechts steht
Baku, den 31. März (AZERTAG). Wir alle haben unsere Routinen, schon am Frühstückstisch: Das Butterbrot liegt immer links, das Milchglas steht rechts. Unbewusste Handlungs- und Gefühlsmuster erleichtern das Leben enorm.
Der kleine Paul muss immer auf der linken Seite einschlafen. Seine ältere Schwester Julia sortiert alle ihre Bücher alphabetisch. Mutter Anna kann ohne Kaffee morgens nicht aufwachen. Und Vater Markus legt seine Hausschlüssel immer auf das Fensterbrett, statt sie an das Schlüsselbrett im Haus der Familie zu hängen.
Routine entsteht, wenn eine Handlung, ein Gefühl oder ein Gedanke sich oft wiederholt und damit zur Gewohnheit wird - also zur Handlung, die ohne bewusstes Steuern automatisch abläuft.
Psychologen unterscheiden Denkgewohnheiten, Gefühlgewohnheiten und Verhaltensgewohnheiten. Wie man sein Frühstücksbrot bestreicht, das Auto einparkt, durch die Regalreihen im Supermarkt geht und ob man seine Zigarette mit oder ohne Filter raucht, all das zählt zu den Verhaltensgewohnheiten. Auch Rituale gehören dazu, wie etwa der Espresso nach dem Mittagessen oder die 20-Uhr-Nachrichten im Fernsehen.
Ärger nach ein paar Minuten: Gefühlsgewohnheiten hängen sehr vom Temperament und der Persönlichkeit ab. Sie beschreiben die Tendenz, in einer bestimmten Situation häufig mit dem gleichen Gefühl zu reagieren - etwa wenn jemand automatisch sehr verärgert ist, sobald er ein paar Minuten auf andere warten muss.
Die Denkgewohnheiten dagegen spiegeln Einstellungen und Werte wider: ab wann jemand für unzuverlässig, klug oder bescheiden erklärt wird, oder was moralisch richtig und falsch ist. Diese Denkroutine beinhaltet auch, welches Bild man von sich selbst hat und wie die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse eingeschätzt werden. Viele dieser Gewohnheiten haben sich mit der Zeit so leise und schleichend entwickelt, dass sie nur dann auffallen, wenn sie gestört werden.