Was Planeten über fremde Lebensformen verraten
Baku, den 29. Mai (AZERTAG). Die Entdeckung außerirdischen Lebens wäre die größte Sensation des 21. Jahrhunderts. Doch wie können Forscher eigentlich nachweisen, ob auf einem weit entfernten Planeten Leben existieren kann oder nicht?
Die Forschungssonde „Galileo“ hatte bereits 1990 Leben auf einem Planeten nachgewiesen. Ihre Sensoren waren indes auf unseren Heimatplaneten ausgerichtet - die Erde.
Keine Überraschung, dass es hier Leben geben soll, doch immerhin ein Beweis dafür, dass das Analysesystem der Raumsonde zu einer richtigen Schlussfolgerung gekommen war.
Wenn es um die Entdeckung von Leben auf fernen Planeten, sogenannten Exoplaneten geht, sind die Forscher auf Fernmessungen, wie sie seinerzeit „Galileo“ durchgeführt hat, angewiesen. Bislang wurden 770 Exoplaneten entdeckt, und manche von ihnen sind unserer Erde in mancher Hinsicht ähnlich.
Leben wirkt sich auf die Planetenatmosphäre aus- Bio-Astronomen gehen davon aus, dass sich Leben auf die Zusammensetzung der Planetenatmosphäre auswirkt. Auf der Erde ist das zumindest so. Es gilt also, die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre ferner Planeten zu analysieren. Das ist mit spektroskopischen Methoden möglich.
Im Prinzip funktioniert das so: Man muss einen Moment abpassen, in dem der Exoplanet von uns aus gesehen vor seinem Zentralgestirn steht. Dann läuft ein Teil des Sternenlichtes durch die Atmosphäre des Planeten - falls dieser über eine Atmosphäre verfügt.
Die in dieser Atmosphäre existierenden Substanzen sorgen für eine charakteristische Absorption bestimmter Wellenlängen, sodass in dem von einem Teleskop eingefangenen Licht bei bestimmten Wellenlängen Absorptionslinien entstehen.
Diese sind gleichsam chemische Fingerabdrücke, aus denen sich ableiten lässt, ob es in der Atmosphäre des Planeten zum Beispiel Sauerstoff, Wasser, Methan oder Kohlendioxid gibt.
Daraus wiederum lassen sich diverse Schlussfolgerungen ziehen. In der Atmosphäre eines leblosen Planeten kann es nicht gleichzeitig größere Konzentrationen von Sauerstoff und Methan geben - zumindest nicht über längere Zeit.
Die beiden Gase würden nämlich miteinander reagieren und sich damit gegenseitig eliminieren. Nur wenn Lebewesen diese Gase ständig neu produzieren, kann sich ein entsprechendes Konzentrationsgleichgewicht einstellen.