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Interview von Präsident Ilham Aliyev für chinesischen Agentur Xinhua

Baku, 17. April, AZERTAC

Am 17. April hat die chinesische Agentur Xinhua ein Interview von Präsident Ilham Aliyev veröffentlicht.

AZERTAC präsentiert dieses Interview.

- Im vorigen Jahr jährte sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Aserbaidschan und China zum sechsundzwanzigsten Male. Herr Präsident, was können Sie über den aktuellen Stand der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und China sagen? Wie ist Aserbaidschans Position zu China in seiner Außenpolitik?

- Im Jahr 1994 besuchte der Präsident der Republik Aserbaidschan, Heydar Aliyev, China und legte damit den Grundstein der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Seit jener Zeit entwickeln sich unsere Beziehungen sehr erfolgreich. Aserbaidschan und China sind befreundete Länder. Mein offizieller Besuch in Peking im Jahr 2005 und meine Staatsbesuche im Jahr 2015 haben nicht nur zur Ausweitung unserer bilateralen Beziehungen beigetragen, sondern auch unserem gemeinsamen Willen bekräftigt.

Wir haben umfangreiche politische und Wirtschaftskontakte. Aserbaidschan schloss sich chinesischer Initiative an und wurde Mitbegründer der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank. Eine Reihe chinesischer Unternehmen sind in Aserbaidschan erfolgreich tätig, und wir möchten mehr chinesische Unternehmen als Investoren, Händler und Auftragnehmer in unserem Land sehen. Wir hoffen mehr chinesische Unternehmen auch in den Bereichen Industrieproduktion, Informationstechnologie, Landwirtschaft und in vielen anderen Bereichen zu sehen, weil in Aserbaidschan ein günstiges Investitionsklima geschaffen ist.

Es gibt positiven Trend im Handel zwischen Aserbaidschan und China. Unser Handelsumsatz beträgt bereits 1,3 Milliarden US-Dollar. Der Import aus China ist um 40 Prozent gestiegen. Aserbaidschan ist der größte Handelspartner Chinas im Südkaukasus. Unser Land hat eine Handelsvertretung in China. Darüber hinaus wurden die aserbaidschanischen Handelshäuser in Urumchi, Luzhou und Shanghai gegründet. Aserbaidschan entsendete die Handelsmissionen in verschiedene Regionen Chinas. Chinesische Unternehmen sind an der Umsetzung von Industrieprojekten in Aserbaidschan beteiligt. Chinesische IKT-Unternehmen sind in unserem Land erfolgreich tätig.

Die Entwicklung unserer Zusammenarbeit im humanitären Bereich kann eine wichtige Rolle in der Ausweitung unserer Beziehungen spielen. Ich denke, dass es eine aktivere Zusammenarbeit auch im Bildungsbereich sehr erforderlich ist.

Aserbaidschan misst der Entwicklung seiner Tourismusbranche große Bedeutung bei, und wir haben in den letzten Jahren in diesem Bereich sehr bedeutende Fortschritte erzielt. Die Zahl der chinesischen Touristen, die Aserbaidschan besuchen, ist um 53 Prozent gestiegen. Aserbaidschan hat auch das Visumverfahren für chinesische Touristen vereinfacht. Man kann Visen jetzt in internationalen Flughäfen in Aserbaidschan erhalten. Es werden regelmäßige Direktflüge zwischen Aserbaidschan und China durchgeführt.

Die Beziehungen zu China sind eine der Prioritäten unserer Außenpolitik. Ich bin überzeugt, dass sich die Freundschaftsbeziehungen zwischen Aserbaidschan und China auch in den kommenden Jahren für das Wohl unserer Völker entwickeln werden.

- Während Ihres China-Besuchs im Jahr 2015 unterzeichneten Aserbaidschan und China das Memorandum of Understanding über die Umsetzung des “Seidenstraßen Wirtschaftsgürtels“. Wie hoch schätzen Sie die Fortschritte, die die beiden Länder in den letzten Jahren im Rahmen des Projekte “Ein Gürtel, eine Straße“ erzielt haben? Welche Bereiche werden Ihrer Meinung nach für die künftige aserbaidschanisch-chinesische Zusammenarbeit im Projekt “Ein Gürtel, eine Straße“ priorisiert werden?

-Bei meinem Besuch in China im Jahr 2015 wurden eine Reihe wichtiger Dokumente unterzeichnet. Unter denen war auch das Memorandum of Understanding über die gemeinsame Förderung des "Seidenstraßen Wirtschaftsgürtels" zwischen unseren Ländern. Aserbaidschan unterstützt voll die Initiative “Ein Gürtel, eine Straße“ von China (BRI- “Belt and Road Initiative“).

Aserbaidschan und China haben sehr gute Aussichten für die Zusammenarbeit im Verkehrsbereich.

Wir investieren in die Modernisierung unserer Eisenbahnlinien. Im Mai des vergangenen Jahres haben wir einen neuen internationalen Seehandelshafen mit einer Umschlagleistung von 15 Millionen Tonne am Kaspischen Meer in Betrieb genommen. Seine Kapazität kann bis zu 25 Millionen Tonnen erhöht werden, falls es nötig wäre. Die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Baku-Tiflis-Kars (BTK), die Asien und Europa verbindet, ist der kürzere Schienenweg zwischen Asien und Europa, um die Waren von China nach Europa zu transportieren und umgekehrt. Im Jahre 2018 haben 19 Züge Güter von China nach Mitteleuropa auf der BTK-Strecke transportiert.

Unter Ausnutzung unserer geografischen Lage haben wir in den Infrastruktur- und Transportsektor unseres Landes investiert. Damit wurde Aserbaidschan zu einem internationalen Verkehrsknotenpunkt. Unser Land liegt an der historischen Seidenstraße. Die Schaffung einer modernen Infrastruktur ist eines der Hauptziele Aserbaidschans. Wir investieren im wesentlichen in die Infrastruktur, in den Bau von Straßen, Autobahnen und Flughäfen. Die Ost-West- und Nord-Süd-Transportkorridore führen durch unser Land. Aserbaidschan beteiligt sich aktiv an diesen beiden Transportkorridoren und hat eine Reihe von Initiativen in dieser Richtung entfaltet.

-Im diesem Monat findet in China das zweite BRI-Forum für internationale Zusammenarbeit in Peking stattfinden. Was erwarten Sie von einer weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit bezüglich des Projektes “Ein Gürtel, eine Straße“ in Hinsicht den Aufbau einer gemeinsamer Zukunft für die Menschheit?

-Ich bin mir sicher, dass jedem Verkehrsprojekt, das die Länder verbindet, die Geopolitik zugrunde liegt. Diese Projekte üben einen positiven Einfluss auf die geopolitische Situation aus und tragen zur Stabilität und Vorhersehbarkeit bei, weil wir ohne unsere Nachbarn zu keinem Transitland werden können. Dies ist also eine Kette von Ländern, und wir liegen an der Straße von Osten nach Westen und von Norden nach Süden. Auf diese Weise verbinden wir Kontinente und Länder und bauen eine vorhersehbare Zukunft auf. Die Initiative “Ein Gürtel, eine Straße“ kann die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern und Regionen ausweiten und gleichzeitig einen großen Beitrag zur Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit in der Region leisten. Dieses Projekt dient edlen Ideen, trägt zur Stärkung der interkulturellen und interkulturellen Beziehungen, der wirtschaftlichen Entwicklung und Prosperität von Ländern, fördert die Vertiefung der Beziehungen zwischen den Völkern. Ich hoffe, dass das zweite BRI-Forum für internationale Zusammenarbeit einen Schritt in dieser Richtung sein und eine gute Gelegenheit für effektive und produktive Diskussionen bieten wird.

- Die Gründung der Volksrepublik China jährt sich im laufenden zum 70. Male. Wie hoch schätzen Sie die Entwicklung Chinas in den letzten Jahren ein?

-Das chinesische Volk mit seinen alten historischen Traditionen und seiner reichen Kultur hat seit vielen Jahrhunderten einen großen Beitrag zur Entwicklung der Weltzivilisation geleistet. Seit der Gründung der Volksrepublik China hat das Land eine große Entwicklung durchgemacht. Dank einer weitsichtigen und klugen Politik der chinesischen Führung hat das Land beispiellose Erfolge erzielt. Die starke wirtschaftliche Entwicklung, Stabilität und Sicherheit im Land, der wachsende Wohlstand der Bevölkerung sind ein deutliches Zeichen dafür. In Aserbaidschan verfolgen wir mit großem Interesse diese großen Erfolge, die in verschiedenen Bereichen in China erzielt wurden.

Ich bin zuversichtlich, dass China den Weg der Entwicklung, des Wohlstands und Fortschritts weitergehen wird. Dabei wünsche ich dem chinesischen Volk und der chinesischen Führung neue Erfolge und übermittele meine Glückwünsche zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China.

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