Australien führt Horrorbilder auf Zigarettenschachteln ein
Baku, den 15. August (AZERTAG). Es sind die weltweit härtesten Auflagen gegen Tabakwerbung - und an ihnen führt jetzt kein Weg mehr vorbei. In Australien dürfen Markenlogos auf Zigarettenschachteln ab Ende des Jahres nur noch im Miniformat zu sehen sein. Stattdessen gibt es Schreckensbilder im Großformat.
Die Tabakindustrie hatte bis zuletzt erbittert gekämpft und muss nun eine herbe Niederlage hinnehmen. Der australische Oberste Gerichtshof hat die weltweit härtesten Auflagen gegen Tabakwerbung bestätigt. Die Argumentation internationaler Zigarettenkonzerne, der Wert ihrer Markenzeichen werde von den restriktiven Vorschriften zerstört, wiesen die höchsten Richter am Mittwoch zurück.
Zigarettenpackungen dürfen demnach ab Dezember nur noch in einem olivfarbenen Einheitsdesign mit eindringlichen Gesundheitswarnungen und Fotos von Mundkrebs, erblindeten Augäpfeln oder erkrankten Kindern erscheinen. Markenlogos dürfen nur noch im einheitlichen Miniformat zu sehen sein. Geklagt hatte unter anderem der Tabakriese British American Tobacco.
Die Marketingvorgaben für Tabakkonzerne entsprechen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und werden in Großbritannien, Norwegen, Neuseeland, Kanada und Indien genau beobachtet. Dort ziehen die Regierungen ähnliche Regelungen in Erwägung. Tabakkonzerne fürchten nun um einen Präzedenzfall und Verstöße gegen Markenrechte. Laut British American Tobacco wird nur der Schwarzmarkt durch solche Auflagen gestärkt.
Die australische Regierung hofft dagegen, dass Rauchen auf diese Art so unattraktiv wie nur möglich wird. „Das ist ein Sieg für all jene Familien, die jemanden durch eine vom Tabakkonsum verursachte Krankheit verloren haben“, teilten die Generalstaatsanwältin Nicola Roxon und Australiens Gesundheitsministerin Tanya Plibersek in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Die Urteilsbegründung wurde am Mittwoch noch nicht veröffentlicht. Sie soll später folgen.