Dutzende Tote bei Bombenexplosionen im Irak
Baku, den 23. Juli (AZERTAG). Bei einer Serie von Anschlägen im Irak sind Dutzende Menschen getötet worden, mehr als 140 wurden verletzt. Allein in Bagdad und Umgebung detonierten neun Bomben. In der Stadt Tadschi zündete ein Attentäter noch einen Sprengsatz, als die Rettungskräfte zur Unglücksstelle geeilt waren.
Die Welle der Gewalt im Irak erlebt eine neue Eskalation. Bei einer Serie von Anschlägen und Gewalt im Irak sind am Montag mindestens 89 Menschen getötet worden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Laut AP sind 82 Menschen getötet worden, AFP meldete 91 Tote. Die Angriffe richteten sich den Behörden zufolge in allen Fällen gegen Einrichtungen der Regierung oder der Sicherheitskräfte.
Nach Angaben von Sicherheitsbeamten und Ärzten wurden mindestens 144 weitere Menschen verletzt. Unter den Opfern seien viele Soldaten und Polizisten. Allein in Bagdad und nördlich der Hauptstadt gab es den Angaben zufolge insgesamt neun Anschläge.
Nahe eines Büros des Innenministeriums in Bagdad riss eine Autobombe mindestens 14 Menschen in den Tod. Neun weitere Menschen verloren ihr Leben, als Sprengsätze in den Städten Kirkuk und Hussainija detonierten. In der nordöstlichen Stadt Udaim hätten Bewaffnete vor einer Kaserne aus drei Fahrzeugen das Feuer eröffnet und 13 Soldaten getötet, sagte ein Polizeisprecher. Ebenfalls im Nordosten, in der Provinz Dijala, wurden nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte bei den Explosionen mehrerer Autobomben und Sprengfallen am Straßenrand elf Menschen getötet und mindestens 25 weitere verletzt.
Zuvor waren bei einer Reihe von Explosionen in der irakischen Stadt Tadschi bereits 28 Menschen getötet worden. Sprengsätze seien rund um fünf Häuser in der mehrheitlich sunnitischen Stadt platziert worden, und 17 Menschen seien in den Tod gerissen worden, teilte die Polizei mit. Als Rettungskräfte an den Einsatzort geeilt seien, habe ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel gezündet und elf Polizisten getötet, hieß es weiter. Ein Mitarbeiter des Kasimijah-Krankenhauses in Bagdad bestätigte die Angaben zu den Opfern. Tadschi liegt rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt.
In der nordirakischen Stadt Kirkuk explodierten vier Autobomben. Weitere Anschläge gab es laut den Angaben unter anderem in den Städten Dhuluijah, Saadijah, Chan Beni Saad, Tus Churmatu und Dibis.
Erst am Sonntag waren bei einer Serie von Bombenanschlägen im Irak mindestens 17 Menschen getötet worden, weitere 96 wurden verletzt. Die Gewalt im Irak liegt zwar immer noch deutlich unter dem Niveau von 2006 und 2007, hat in jüngster Zeit aber wieder zugenommen.
Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren politischen Krise. Nach Abzug der US-Truppen Ende Dezember 2011 ist in der Regierung ein offener Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten ausgebrochen. Sunniten - obwohl stets in der Minderheit - hatten jahrhundertelang im Irak geherrscht. Mit Beginn des US-geführten Krieges 2003 verloren sie ihre Dominanz.