Forscher entdecken Hirnareal für Fehler-Warnung
Baku, den 6. August (AZERTAG). Warum lernen wir aus Irrtümern anderer? Bei Versuchen mit Affen haben Forscher nun eine Steuerzentrale im Gehirn entdeckt - sie meldet, wenn andere einen Fehler machen.
Wissenschaftler haben die Gehirnregion entdeckt, die dafür sorgt, dass Menschen und Affen aus Fehlern anderer lernen. In Versuchen mit Makaken haben Japanische Forscher festgestellt, dass Nervenzellen im Kontrollzentrum des Gehirns hinter der Stirn, dem präfontalen Kortex, die Fehler-Warnung auslösen.
Die Wissenschafter analysierten die Aktivität im Gehirn von Rotgesichtsmakaken, indem sie zwei der Primaten einander gegenüber setzten. Ein Affe musste auf einen gelben oder grünen Knopf drücken, während ihn das zweite Tier beobachtete. Entschied sich der aktive Affe richtig, bekamen beide Makaken etwas zu trinken. Entschied er falsch, gab es für keinen eine Belohnung. Alle zwei Durchgänge wurden die Rollen der Affen getauscht. Die Farbe, für die belohnt wurde, wechselte alle fünf bis 17 Durchläufe.
Der Rotgesichtsmakake, der im ersten Durchgang zugeschaut hatte, konnte seine Beobachtungen nutzen, als er sich selbst für einen farbigen Button entscheiden musste. Während des Versuchs zeichneten die Forscher die Aktivität einzelner Nervenzellen im Gehirn der Tiere auf. Demnach befindet sich im mittleren präfontalen Kortex eine Gruppe Neurone, die im beobachtenden Affen besonders viele Signale abfeuert, wenn der handelnde Affe einen Fehler macht.
Ältere Studien an Menschen hatten bereits gezeigt, dass der präfontale Kortex ein Fehlermeldesystem enthält, das etwa durch falsche Reaktionen aktiviert wird. Ihre Studie zeige nun, dass einzelne Neurone die Fehler anderer Individuen meldeten, schreiben die japanischen Forscher im Fachmagazin „Nature Neuroscience“.
Als Kontrollzentrum des Gehirns gilt der präfontale Kortex, der Teil des Frontallappens ist, weil dort eine Vielzahl von Sinneswahrnehmungen verarbeitet wird. Sie laufen hier mit Gedächtnisinhalten zusammen und werden emotional bewertet. Aufgrund dieser Informationen steuert das Gehirn das Handeln.