Gewerkschaftsführer in Platinmine erschossen
Baku, den 6. Oktober (AZERTAG). 28.000 Arbeiter des weltgrößten Platinkonzerns Anglo American Platinum befinden sich derzeit in einem wilden Streik. Jetzt wurde bei der Mine nahe Marikana ein Gewerkschaftssekretär erschossen. Bereits Mitte August waren in der Region während eines Streiks 46 Menschen getötet worden.
Inmitten des illegalen Streiks in Südafrikas Platinminen ist ein Gewerkschaftsführer ermordet worden. Ein Sekretär eines Zweigs der Gewerkschaft Western Platinum sei am Freitagabend in seinem Haus in Marikana erschossen worden, teilte die Nationale Bergarbeitergewerkschaft mit. In dem Bergwerk nahe der nordwestlichen Stadt Rustenburg hatte es wochenlange Streiks gegeben, bei denen Mitte August 46 Menschen getötet worden waren.
Allein bei einem umstrittenen Polizeieinsatz gegen streikende Arbeiter waren 34 Menschen getötet worden. Der Streik weitete sich in der Folge von Marikana auf andere Bergwerke in der Gegend aus. Dabei kommt es immer wieder zu Gewalt. Erst am Donnerstag erschoss die Polizei einen Arbeiter des Konzerns Anglo American Platinum (Amplats), als sie gegen streikende Arbeiter vorging. Insgesamt wurden diese Woche während des Streiks in der Region sieben Menschen getötet.
Amplats entließ am Freitag 12.000 Arbeiter, die trotz wiederholter Aufforderungen nicht an die Arbeit zurückgekehrt waren. Insgesamt befinden sich 28.000 Arbeiter des Konzerns seit drei Wochen in einem wilden Ausstand. Zuletzt erschienen nach Angaben des Konzerns nur 20 Prozent der Beschäftigten zur Arbeit. Amplats, dessen Minen um Rustenburg für rund ein Viertel der weltweiten Platinproduktion aufkommen, gab seinen Schaden mit umgerechnet 64 Millionen Euro an.
Von den Streiks betroffen sind neben Platinminen auch Gold- und andere Minen. Die Arbeitskämpfe weiteten sich aus, nachdem die Arbeiter in Marikana eine Lohnerhöhung von mehr als 20 Prozent durchgesetzt hatten.