Indien greift nach dem Roten Planeten
Baku, den 8. September (AZERTAG). Voller Nationalstolz erwartet Indien den Start der 100. Weltraummission. Trotz zahlreicher Rückschläge verfolgt das Land hochfliegende Pläne - doch es gibt ein entscheidendes Problem.
Der Countdown läuft. Auf Indiens Weltraumbahnhof Satish Dhawan , 80 Kilometer nördlich der Stadt Chennai, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die asiatische Supermacht erwartet voll Nationalstolz ihre 100. Weltraummission. Unter den Augen von Premierminister Manmohan Singh wird um 9.51 Uhr am Sonntagmorgen eine Trägerrakete des Typs PSLV-C21 ins All geschossen.
Das Gelände auf der Insel Sriharikota im Bundesstaat Andhra Pradesh ist perfekt geeignet: günstig am Äquator gelegen, mit weiter Wasserfläche gen Osten, ideal für Satellitenstarts. Ein paar Nomaden mussten in den 70er-Jahren umgesiedelt werden, dann konnte Indiens Raumfahrtbehörde ISRO das Areal übernehmen.
Schon 1975 hat das südasiatische Land seinen ersten Satelliten ins All schießen lassen - damals noch von einer russischen Rakete - und damit sein ambitioniertes Luftfahrtprogramm aus der Taufe gehoben. 1980 dann startete ISRO die erste indische Rakete vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan. Trotz zahlreicher Rückschläge, wie mehrere missglückte Raketenstarts, verfolgt Indien weiterhin hochfliegende Pläne: Auf den Mars soll es gehen.
Mitte August kündigte Premier Singh eine indische Mission zum Roten Planeten an: ein 60 Millionen-Euro-Plan, just zu dem Zeitpunkt, da sein Land sich vom schlimmsten Stromausfall aller Zeiten erholte. Hier genau liegt das Dilemma - das Budget ist knapp, und die patriotischen Ambitionen sind angesichts der knappen Kassen kaum zu rechtfertigen. Doch Indien will mit China gleichziehen, und dazu gehört eben der Flug ins All. Von Satish Dhawan werden deshalb noch viele weitere Raketen starten.