Japan kündigt Bau neuer Atommeiler an
Baku, den 27. Dezember (AZERTAG). Die Erholung der Konjunktur geht vor, die Atomangst nach dem Fukushima-GAU zählt weniger. Gleich nach der Amtsübernahme kündigt Japans neuer Premier an, bald wieder Atomkraftwerke ans Netz zu nehmen - und neue Meiler zu bauen. Er will teure Energieimporte vermeiden.
Japans neuer starker Mann ist ein klarer Befürworter der Kernenergie. Schon im Wahlkampf hatte Shinzo Abe versprochen, den von seinem Vorgänger proklamierten Atomausstieg rückgängig zu machen. Bereits einen Tag nach seiner Wahl startet der Chef der Liberaldemokratischen Partei (LDP) durch.
Man werde in Kürze erste AKW wieder ans Netz nehmen, kündigte Industrieminister Toshimitsu Motegi am Donnerstag an. Zuvor müsse sich die unabhängige Regulierungsbehörde allerdings für die Sicherheit der Reaktoren verbürgen. Auch der Bau von Reaktoren werde nach eingehender Sicherheitsprüfung wieder aufgenommen, fügte Motegi hinzu. Gleichzeitig kündigte er den Ausbau erneuerbarer Energien an.
Abe und sein Kabinett sind seit Mittwoch im Amt. Der 58-Jährige vertritt die Ansicht, Japan könne sich aus wirtschaftlichen Gründen den Ausstieg aus der Atomkraft nicht leisten. Das Desaster in Fukushima und haarsträubende Berichte über veraltete, unsichere Reaktoren ignoriert er mehr oder weniger.
Die Mitte-links-Regierung von Abes Vorgänger Yoshihiko Noda hatte hingegen langfristig für einen Verzicht auf die Atomkraft plädiert. Doch seine Demokratische Partei DPJ, die 2009 mit dem Versprechen an die Regierung gekommen war, die verkrusteten Führungszirkel Japans aufzubrechen und die Wirtschaft anzukurbeln, verlor massiv an Stimmen. Abes konservative LDP hatte bei der Parlamentswahl am 16. Dezember zusammen mit der verbündeten Komeito-Partei eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus errungen.