Jesco von Puttkamer ist tot
Baku, den 28. Dezember (AZERTAG). Er war eine Raumfahrt-Legende und der dienstälteste Mitarbeiter der Nasa. Der Deutsch-Amerikaner Jesco von Puttkamer ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er arbeitete bis zum Schluss beim Betrieb der Internationalen Raumstation mit.
„Wenn ich einen warmen Pullover mitnehmen könnte, würde ich sofort in ein Mars-Raumschiff steigen“, sagte Jesco von Puttkamer. Nun ist der deutsch-amerikanische Luftfahrtingenieur im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Onlinedienst „Nasa Watch“ berichtet vom Tod Puttkamers und beruft sich dabei auf ein internes Memo der US-Raumfahrtbehörde. Er habe in der Woche vor seinem Tod unter grippeähnlichen Symptomen gelitten.
Eine offizielle Nachricht der Nasa steht noch aus. Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, bestätigte die Information aber inzwischen - und berief sich auf einen Sprecher der US-Raumfahrtbehörde. Wörner nannte von Puttkamer einen „großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt“.
Der gebürtige Leipziger war nach einem Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Aachen 1962 in die USA ausgewandert, sieben Jahre später erhielt er die US-Staatsbürgerschaft. In Huntsville (US-Bundesstaat Alabama) arbeitete er im Team von Wernher von Braun am „Apollo“-Programm mit. Später war er als Ingenieur und Planer an „Skylab“, dem Space Shuttle und anderen Projekten beteiligt.
Ab 1974 leitete Puttkamer im Nasa-Hauptquartier in Washington eine Arbeitsgruppe für strategische Planung. Dort wirkte er als dienstältester Mitarbeiter der Nasa bis zum Schluss unter anderem maßgeblich an der Planung der Internationalen Raumstation (ISS) und langfristigen US-Raumfahrtprogrammen mit. Unter seiner Federführung entstand der regelmäßige Bericht „ISS On-Orbit Status“, in dem alle wichtigen Entwicklungen auf der Raumstation regelmäßig auch im Netz zusammengefasst wurden.
In Deutschland war Puttkamer ein häufiger Gast. So arbeitete er von 1985 bis 2000 als Honorarprofessor in Aachen und war häufig zu Raumfahrtthemen in den Medien präsent. Er war ein enthusiastischer Anhänger der bemannten Raumfahrt und der Suche nach Lebensformen im All.
Puttkamer machte sich auch als Fachbuchautor und Publizist einen Namen. Aus seiner Feder stammt eine ganze Reihe von Werken unter anderem zum Mond und zum Mars. „Der Mars ist unsere Schicksalswelt“, sagte Puttkamer. Immerhin bestehe die „begründete Hoffnung“, dass auf dem Roten Planeten erstmals Spuren von außerirdischem Leben gefunden werden könnten - „selbst wenn es sich nur um versteinerte Mikroben handeln sollte“. Einen solchen Fund wird er nun nicht mehr miterleben können.