Nike rechnet mit Kosten von 1,5 Milliarden Dollar
Baku, 1. Oktober, AZERTAC
Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Importzölle treffen den Sportartikelhersteller Nike härter als zunächst vom Unternehmen angenommen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit zusätzlichen Kosten von 1,5 Milliarden Dollar – eine halbe Milliarde mehr als noch vor drei Monaten prognostiziert.
Weil viele Produkte in Asien hergestellt werden, schlagen die von Trump verhängten Zölle für die Einfuhr von Waren in die USA auf amerikanische Unternehmen durch. Gerade in der Sportartikel-Branche ist das üblich. Nike lässt beispielsweise laut der Website „Sportico“ etwa 50 Prozent der Turnschuhe in Vietnam nähen. Bisher ist unklar, in welchem Umfang Hersteller und Händler die höheren Kosten durch die Zölle an US-Verbraucher weitergeben werden.
Strategische Neuausrichtung - Nike kämpft zudem mit den Folgen einer strategischen Neuausrichtung. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren stark auf den Direktvertrieb gesetzt, was zu einem Verlust von Regalflächen im Einzelhandel führte, insbesondere im wichtigen US-Markt. Gleichzeitig wurde der Fokus auf Lifestyle-Produkte verstärkt, während klassische Sportmodelle vernachlässigt wurden.
Vor einem Jahr kehrte der frühere Topmanager Elliott Hill aus dem Ruhestand zurück, um die Krise zu bewältigen. Laut Hill wurden die Lauf-Modellreihen Vomero, Structure und Pegasus überarbeitet, was zuletzt zu einem Verkaufsplus von mehr als 20 Prozent führte, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres stieg der Umsatz um ein Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar – Analysten hatten mit 11 Milliarden gerechnet. Der Gewinn sank um 31 Prozent auf 727 Millionen Dollar, der Gewinn je Aktie übertraf aber die Erwartungen mit 49 Cent deutlich. „Wir kämpfen gegen verschiedene Gegenwinde, aber unsere Teams konzentrieren sich auf das, worauf wir Einfluss haben“, sagte Finanzvorstand Matt Friend.