Pakistan: Bei schwerem Zugunglück mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
Flammen schlugen aus den Waggons: Bei einem schweren Zugunglück im Osten Pakistans sind mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 30 weitere seien verletzt worden, teilte der Polizeichef der Stadt Rahim Yar Khan mit. Örtlichen Medienberichten zufolge ereignete sich das Unglück im Bezirk Rahim Yar Khan in der Provinz Punjab.
Der Zug war unterwegs von Karachi in die Stadt Lahore, mehr als 200 Passagiere seien in den betroffenen Waggons gereist, sagte ein Vertreter der Eisenbahn. Auf Fernsehbildern waren lichterloh brennende Waggons zu sehen. Es waren weinende Menschen zu hören.
Auslöser des Feuers sei die Explosion eines Gaskochers gewesen, mit dem Passagiere ihr Frühstück zubereiten wollten, teilte die Polizei mit. Das dabei verwendete Bratöl habe das Feuer zusätzlich angefacht. Die Mitnahme von Gaskochern ist eigentlich verboten.
Mindestens drei Waggons waren laut Eisenbahnminister Shaikh Rashid Ahmed durch die Explosion in Brand geraten. Daraufhin seien Menschen von dem schnell fahrenden Zug gesprungen, um sich zu retten, sagte der Minister.
Eine Rettungskraft, Baqir Hussain, gab an, der Großteil der Opfer sei in den Waggons verbrannt. Weitere Menschen seien infolge des Absprungs vom Zug gestorben. DNA-Tests würden zur Identifizierung der Opfer durchgeführt, denn die Körper der allermeisten Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.
"Schreckliche Tragödie" - Mittlerweile hätten Feuerwehrleute den Brand löschen können. Helfer Hussain sagte, er befürchte noch mehr Tote. "Es könnte sein, dass nur wenige überlebt haben." Die Armee teilte mit, auch Rettungsteams des Militärs würden Verletzte in Krankenhäuser bringen oder fliegen.
Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan drückte seine Trauer über den Vorfall aus und wies die Behörden an, den Verletzten die bestmögliche medizinische Behandlung zukommen zu lassen, berichtete Radio Pakistan. Er spreche auch den Familien der Opfer sein Beileid aus. Menschenrechtsministerin Shireen Mazari schrieb auf Twitter von einer "schrecklichen Tragödie".
Zugunglücke sind in Pakistan keine Seltenheit. Das Schienennetz wird angesichts von Korruption, Misswirtschaft und fehlender Investitionen seit Jahrzehnten vernachlässigt. Erst Anfang Juli waren bei einem schweren Zugunglück in Ostpakistan mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Damals war ein Reisezug auf einen Güterwaggon geprallt, der an einem Bahnübergang stand. An den Übergängen fehlt es oft an Schranken und Signalsystemen.