Riesenkrokodil Lolong gestorben
Baku, den 11. Februrar (AZERTAG). So long, Lolong: Das weltgrößte Krokodil, das in Gefangenschaft lebte, ist tot. Von Schwanzspitze bis Schnauze maß es mehr als sechs Meter, eine Tonne brachte es auf die Waage. Jetzt ist der Gigant gestorben - zum Entsetzen seiner Gastgeber.
Der Tod holt jeden, auch den Längsten. Jetzt hat es Lolong erwischt. Das größte Krokodil der Welt, das in Gefangenschaft lebte, ist tot. Das 6,17 Meter lange und rund eine Tonne schwere Salzwasserkrokodil ist am Sonntagabend in einem Park für Ökotourismus in Bunawan auf den Philippinen gestorben. „Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für uns“, sagte eine Sprecherin. „Er hat unsere Stadt berühmt gemacht.“
Bürgermeister Edwin Elorde schien bei einer Pressekonferenz am Montag, gar mit den Tränen zu kämpfen. Seine Stadt habe Lolong nicht wie ein gefährliches Tier, sondern „wie einen Adoptivsohn“ behandelt. „Die ganze Stadt, nein, die ganze Provinz trauert“, sagte Elorde. Ständig hätten seine Telefone geklingelt. „Die Menschen wollten mir sagen, wie mitgenommen sie sind.“
Lolong soll etwa 50 Jahre alt geworden sein. Die Todesursache werde nun von Experten untersucht, sagte Elorde. Seit Ende vergangenen Monats habe das Reptil nicht mehr seine üblichen Rationen gefressen. Zudem sei sein Bauch aufgedunsen gewesen. Die Zeitung „The Philippine Star“ berichtete am Montag, Lolong sei dahingesiecht, seit er vor drei Wochen ein Kabel gefressen hatte. Die Stadtsprecherin dementierte das. Lolong habe nur Fleisch bekommen. „Es ist unmöglich, dass er irgendetwas anderes verschluckt hat.“
Lolong war der Längste - Das „Guinness-Buch der Rekorde“ hatte Lolong im November 2011 zum längsten in Gefangenschaft lebenden Krokodil erklärt. Das Tier war zwei Monate zuvor im Agusan-Sumpf auf der südphilippinischen Insel Mindanao gefangen worden. Davor soll es angeblich einen Fischer, ein zwölfjähriges Mädchen und einen Wasserbüffel gefressen haben.
Nun aber, so scheint es, werden Lolong alle diese Sünden vergeben. Laut Elorde wird eine christliche Gruppe vor der Autopsie beten. Einwohner Bunawans planten gar ein Bestattungsritual, bei dem Hühner und Schweine geopfert würden - als Dank an die Waldgeister für den Ruhm und die anderen Wohltaten, die Lolongs Ankunft mit sich gebracht habe.
Mit den anderen Wohltaten könnten unter anderem die finanziellen Segnungen gemeint sein, die Lolongs Ankunft mit sich gebracht hat: Jeden Tag kamen etliche Besucher in den Park, um den Giganten zu bestaunen. Entsprechend chancenlos waren Tierschützer mit ihrer Forderung, Lolong freizulassen, weil sein Gehege zu klein sei.
Allerdings: Niemals geht man so ganz, auch nicht Lolong. In Bunawan denkt man inzwischen darüber nach, den Kadaver für die Nachwelt zu präparieren.