Thailand: Zahl der Toten bei Amoklauf auf 27 gestiegen
Baku, 9. Februar, AZERTAC
In Thailand sind bei einem Amoklauf eines Soldaten bislang mindestens 27 Menschen getötet worden. Wenigstens 57 weitere wurden nach Behördenangaben verletzt. Der Amokläufer befand sich am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) weiterhin in einem Einkaufszentrum in der Stadt Nakhon Ratchasima im Nordosten des Landes, wo er sich seit Stunden verschanzt hielt. Wie viele Menschen sich noch im Innern des Gebäudes befanden, war unklar. Es war weiträumig von der Polizei abgeriegelt.
Jüngstes Todesopfer war dem Gesundheitsministerium zufolge ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Es starb bei einer Durchsuchung des Einkaufszentrums. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt. Es waren anhaltend Explosionen und Schüsse zu hören. Die Polizei identifizierte den Amokläufer als 32-jährigen Soldaten. Medienberichten zufolge arbeitete er auf einem Armeestützpunkt nahe Nakhon Ratchasima. Die Stadt liegt rund 250 Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt.
Über die Motive des Täters herrschte Unklarheit. "Es hat den Anschein, als sei er durchgedreht", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Vor dem Amoklauf hatte eine Person unter dem von den Behörden genannten Namen auf Facebook Rache angekündigt - ohne einen Grund dafür anzugeben. Das Online-Netzwerk löschte das Facebook-Konto mittlerweile.
Der Soldat hatte zunächst am Samstagnachmittag in einem Haus angefangen zu schießen. Dann war er in einem Armeelager aufgetaucht. Thailändischen Medien zufolge stahl der Soldat dort Waffen und Munition und tötete zunächst seinen Vorgesetzten und weitere Militärangehörige. Dann soll er in einem gestohlenen Militärfahrzeug erst zu einem Tempel und dann zu dem Einkaufszentrum gefahren sein. TV-Bilder zeigten ihn dort ganz in Schwarz gekleidet mit einer Maske und einem Gewehr über der Schulter. Der Polizei gelang es, Hunderte von Menschen aus dem Gebäude in Sicherheit zu bringen.
Soldaten einer militärischen Spezialeinheit befanden sich laut einem Bericht der Tageszeitung "Khao Sod" am Abend noch in dem Einkaufszentrum, um den Schützen zu fassen. Polizisten begleiteten zudem die Mutter des Soldaten dorthin. Man hoffe, dass sie ihren Sohn zur Aufgabe bewegen könne, hieß es. Die örtliche Polizei wies die Anwohner an, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen und sich von den Tatorten fernzuhalten. Die Straßen um das Einkaufszentrum herum wurden abgesperrt.