Türkei weist syrische Flüchtlinge ab
Istanbul, den 27. August (AZERTAG). Tausende Flüchtlinge aus Syrien warten darauf, über die Grenze in die Türkei gelassen zu werden. Wegen strenger Sicherheitskontrollen an der türkischen Grenze verzögere sich derzeit die Einreise, Flüchtlinge wurden abgeweisen. Diese müssten daher auf der syrischen Seite warten, sagte ein türkischer Regierungsvertreter.
Hintergrund der verschärften Kontrollen ist, dass es Bedenken gibt, dass ausländische Dschihadisten versuchen könnten, über die Türkei nach Syrien zu gelangen, um dort das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu bekämpfen. Gleichwohl würden die wartenden Flüchtlinge per Katastrophenhilfe versorgt, teilte ein Regierungsvertreter mit.
Einem anderen Bericht zufolge soll sich Ankara dazu entschlossen haben, nicht mehr alle syrischen Flüchtlinge ins Land zu lassen. Wegen der schnell wachsenden Zahl von Flüchtlingen wolle die Türkei nicht mehr alle Syrer aufnehmen, berichteten türkische Medien am Montag. Ein Regierungsvertreter bestätigte die Berichte auf Anfrage, ohne Details zu der neuen Politik zu nennen.
Türkische Kommentatoren sehen in der Entscheidung einen möglichen Schritt auf dem Weg zur Einrichtung einer Schutzzone auf syrischer Seite der Grenze. Da diese international garantiert werden müsste, um wirksamen Schutz zu bieten, liefe dies auf eine veränderte Anti-Assad-Strategie Ankaras hinaus.
Derzeit haben mehr als 80.000 syrische Flüchtlinge Aufnahme in der Türkei gefunden. In der vergangenen Woche hatte Ankara die Vereinten Nationen aufgefordert, Notunterkünfte in Syrien selbst zu errichten. Zwischen den Flüchtlingen und den Anwohnern in der Grenzregion hat es in den vergangenen Wochen vermehrt Spannungen gegeben.