Warum Rituale für Familien enorm wichtig sind
Baku, den 2. Juli (AZERTAG). Rituale schweißen die Familie emotional zusammen. Vor allem für Kinder sind sie wichtig, da sie Orientierung und Sicherheit stiften. Das funktioniert aber nur, wenn sie nicht zur Pflichtübung werden.
Rituale werden in fast jeder Familie gepflegt. Kindern bieten sie Sicherheit, Eltern werden dadurch entlastet. Am besten funktionieren die Gepflogenheiten, wenn alle damit etwas Positives verbinden. Dazu gehört auch an, sie nicht zur Pflicht werden zu lassen.
In einigen Familien ist es das gemeinsame Frühstück am Wochenende. In anderen der besondere Kuchen zum Geburtstag der Kinder oder der Reim am Esstisch. Jede Familie hat ihre Rituale - und das ist auch gut so, sagen Experten. Denn im Alltag spielen sie eine große Rolle.
Rituale haben zwei ganz wichtige Funktionen: Durch die Gemeinsamkeit stärken sie die emotionale Verbundenheit in der Familie. Und durch ihre regelmäßige Wiederkehr bieten sie Sicherheit. Vor allem für Kinder sei diese Vorhersehbarkeit extrem wichtig.
Für Eltern bringen Rituale Entlastung. Sie sind Ordnungsstrukturen in der Familie, nach denen sich jeder richten kann. Sie vereinfachen ganz alltägliche Abläufe, über die niemand mehr diskutiert.
Außerdem seien Rituale ein wichtiger Baustein in der Erziehung: Durch die Wiederholung lernen Kinder schneller und werden schneller selbstständig.
Jede Familie hat ihre eigenen Rituale. Häufig sind sie an bestimmte zeitliche Abläufe gekoppelt. Typische Rituale gliedern sich nach dem Jahres-, Wochen- und Tagesablauf. Bestimmt werden sie unter anderem von Festen und Geburtstagen. Im Alltag können Rituale beispielsweise das Von-sich-Berichten, wenn man nach Hause kommt, eine gemeinsame Tasse Tee oder auch ein Spiel nach dem Abendessen umfassen. Für Kinder seien oft feste Regeln beim Zubettgehen oder bei den Mahlzeiten wichtig.
Rituale dürfen auf keinen Fall zur zwanghaften regelmäßigen Übung werden. Nur wenn alle mit ihnen etwas Positives verbinden, werden sie auch gepflegt. Und auf ewig festgeschrieben sind sie auch nicht.
Rituale wachsen und verändern sich. Sie müssen immer wieder angepasst werden - zum Beispiel an das Alter der Kinder und ihre sich verändernden Bedürfnisse oder auch an neue Familienstrukturen.